Home Invasion geplant: Polizei hob international agierende Bande aus

Die Polizei konnte einen geplanten Überfall auf ein gut situiertes Ehepaar verhindern und verhaftete insgesamt sieben Personen.

Symbolfoto
© APA

Wien, Steyr – Wie erst jetzt bekannt wurde hat die Polizei Ende Juli einen geplanten Überfall auf ein gut situiertes älteres Ehepaar in Steyr vereitelt und dabei sieben Personen festgenommen. Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um eine international agierende Gruppierung, die einem Milieu aus Prostitution, Menschen- und Drogenhandel angehört. Die Exekutive wusste von der geplanten Home Invasion und konnte das Ehepaar zuvor evakuieren.

Nähere Angaben zum älteren Ehepaar und wie viel Geld oder welche Wertgegenstände in dem Haus des Paares erbeutet hätten werden sollen, wurde auf Fragen von Journalisten nicht erläutert. Aus Sicht der Täter seien sie ein „interessantes Objekt“ mit einem „finanziellen Background“ gewesen, hieß es von den Ermittlern dazu lediglich.

„Es handelte sich um die Verhinderung eines wirklich schweren Verbrechens“, sagte Polizeipräsident Gerhard Pürstl am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien. An der Aktion waren gut 50 Cobra-Beamte sowie Beamte des LKA Wien und der oberösterreichischen Polizei beteiligt. Die Täter seien zwar überrascht gewesen, leisteten aber keinen Widerstand, erzählte Brigadier Hannes Gulnbrein vom Einsatzkommando Cobra.

Netzwerk seit April infiltriert

Das Täternetzwerk spann sich bis nach Wien zu einem palästinensischem Staatsbürger, der ebenfalls festgenommen wurde. Weitere Ermittlungen führten zu einem inhaftierten Drogenhändler, der derzeit in der Justizanstalt Stein einsitzt. Zur Gruppe der Tatverdächtigen gehört auch eine Frau aus Steyr, die dem Netzwerk den Tipp gegeben haben soll, dass bei dem Ehepaar „was zu holen“ sei. Den Raub selbst hätten drei Libanesen, ein Österreicher türkischer Abstammung sowie ein afghanischer Flüchtling durchführen sollen.

Seinen Ausgang nahm die gesamte Operation bereits im April diesen Jahres. Damals wandte sich eine Prostituierte an die Polizei, um eine Vergewaltigung sowie eine erzwungene Aufenthaltsehe anzuzeigen. Hauptbeschuldigter war der 49-jährige Palästinenser, von dem sie zu der Scheinehe gezwungen worden sein soll. Im Zuge der Ermittlungen drang die Polizei immer mehr in das Netzwerk vor und erfuhr so von der geplanten Home Invasion, also einem Raubüberfall in einem Eigenheim, bei dem die Täter ihre Opfer festhalten, um diese dann in aller Ruhe auszurauben.

Sexvideos zu Erpressungsversuchen eingesetzt

Die Beschuldigten sowie andere Komplizen stehen im Verdacht, noch zahlreiche weitere Delikte in den vergangenen Jahren begangen zu haben, darunter auch Einbruchsdiebstähle mit Schadensummen in Höhe von 200.000 Euro. Die Anzeigen lauten derzeit auf versuchten schweren Raub, Vergewaltigung, gefährliche Drohung, Körperverletzungen, Nötigungen, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Erpressung sowie Delikte nach dem Suchtmittelgesetz und Vermittlung von Aufenthaltsehen.

Im Zuge von Observationen, Abhöraktionen und Ermittlungen sind auch Sexvideos aufgetaucht, die heimlich aufgenommen und zu Erpressungszwecken einsetzt wurden. Nähere Details wurden nicht genannt, da hier noch ermittelt werde, sagte der stellvertretende Leiter des Landeskriminalamtes Wien, Michael Mimra. (APA)


Schlagworte