Tödliche Messerattacke in Wörgl: Polizei hat Spur zu flüchtigen Tätern

Nach einer tödlichen Auseinandersetzung in Wörgl sind noch viele Fragen offen. Derzeit geht die Polizei von einer gezielten Attacke aus. Gefahndet wird nach zwei VW Golf.

Polizisten in der Nacht am Tatort.
© ZOOM.TIROL

Von Thomas Hörmann

Wörgl – Notarzt, mehrere Sanitäter, zahlreiche Polizisten und „etwa 20 Gaffer“: So schildert ein Zeuge die Szene, die sich in der Nacht zum Donnerstag nach der brutalen Attacke vor dem Wörgler McDonald’s abspielte. Eine Attacke, die für einen 20-jährigen Afghanen tödlich endete. Der Mann starb wenig später im Kufsteiner Krankenhaus an den Folgen einer schweren Stichverletzung. Sein 19-jähriger Landsmann wurde ebenfalls attackiert, kam aber mit leichten Verletzungen davon.

Abgesehen vom tragischen Ausgang sind noch zahlreiche Fragen offen. Das gilt bereits für den Ablauf der Gewalttat. Fest steht nur, dass sich das spätere Opfer mit zwei Landsleuten am späten Mittwochabend am südlichen Gehsteig der Innsbrucker Straße vor dem Fast-Food-Restaurant aufhielt. Gegen 23.50 Uhr kam es zu einer Auseinandersetzung mit etwa zehn Männern unbekannter Herkunft. Beim Handgemenge war auch ein Messer im Spiel. Dabei erlitt der 20-jährige Afghane eine Stichverletzung im Brustbereich. „Das war dann auch die Todesursache“, beschreibt Walter Pupp, Leiter des Landeskriminalamtes, das Obduktionsergebnis.

Mehrere Zeugen gaben gegenüber den Polizeibeamten an, dass die zehn Männer mit zwei Pkw in Richtung Wörgler Zentrum flüchteten. „Mit einem roten und einem silberfarbenen VW Golf, bei einem Wagen ist der Seitenspiegel beschädigt oder abgerissen“, erklärt Pupp: „Beide Fahrzeuge hatten Tiroler Kennzeichen.“ Die Fahndung nach den Autos blieb vorerst ohne Ergebnis.

Die Identität bzw. Herkunft der zehn Männer ist noch offen. „Wir können allerdings ausschließen, dass es Einheimische oder gar Rechtsradikale waren“, so der LKA-Chef: „Wir gehen auch nicht davon aus, dass es sich um Landsleute des Opfers handelte.“

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Weiters vermuten die Ermittler, dass es eine Vorgeschichte für die tödliche Attacke gab. „Nach einem zufälligen Streit, der eskaliert ist, sieht das eher nicht aus“, erklärt Pupp: „Wir hoffen jetzt auf Zeugen, die uns mehr über den Ablauf der Tat, die zehn Männer und die Fluchtautos sagen können.“ Wer etwas weiß, soll sich mit dem Landeskriminalamt (Tel. 059133

70-3333) in Verbindung setzen. Hinweise zum Ablauf des Mordes bzw. auf den Täter erhoffen sich die Ermittler auch von den Überwachungskameras im Umfeld: „Die werden derzeit ausgewertet.“ Spezialisten untersuchen weiters ein Klappmesser, das in der Nähe des Tatortes sichergestellt wurde. „Ob es sich um die Tatwaffe handelt, ist noch unklar.“

Das Opfer lebte ebenso wie seine beiden afghanischen Begleiter in der Umgebung von Wörgl. Die ersten Befragungen dieser zwei Zeugen brachten nicht wirklich Licht ins Dunkel der Wörgler Mordnacht.

Der Streit passierte auf offener Straße: Ein 20-Jähriger erlag wenig später im Krankenhaus seinen Verletzungen.
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