80. Jahrestag: Das Hitler-Mussolini-Abkommen

Vor 80 Jahren mussten die Südtiroler zwischen der Aussiedlung und dem Verbleib unter italienischer Herrschaft wählen. 75.000 Personen verließen tatsächlich ihre Heimat, nur rund 20.000 kehrten nach 1945 zurück.

Die Tiroler Volksschauspiele Telfs thematisierten die Zeit der Option mit der eindrucksvollen Aufführung des Mitterer-Stücks „Verkaufte Heimat: Das Gedächtnis der Häuser“.
© Thomas Boehm / TT

Von Rolf Steininger

O. Univ.-Prof. Dr. Rolf Steininger war von 1984 bis zu seiner Emeritierung 2010 Leiter des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck.
© Thomas Böhm

Am 23. Juni 1939 wurde in Berlin das sogenannte „Hitler-Mussolini"-Abkommen unterzeichnet, das der italienische Botschafter Bernardo Attolico zynisch als „einen Akt außergewöhnlicher Weisheit" bezeichnete: Für das Bündnis mit Italien sollte das Deutschtum in Südtirol geopfert, die Südtirolfrage durch Umsiedlung der Südtiroler radikal und endgültig gelöst werden. „Volkliche Flurbereinigung" hieß das im NS-Jargon, heute würde man es als „ethnische Säuberung" bezeichnen. Federführend bei der Aktion war bezeichnenderweise „Reichsführer SS" Heinrich Himmler, der im Oktober 1939 von Hitler zum „Reichskommissar für die Festigung des deutschen Volkstums" ernannt wurde.

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