Jugendliche nach Vandalenakten in Igls vor Gericht

Da die Burschen allesamt nicht auf die Butterseite des Lebens gefallen waren und sich überraschend kooperativ zeigten, ließ das Jugendgericht jedoch Milde walten.

(Symbolfoto)
© TT/Thomas Böhm

Ende März war es im ansonsten so ruhigen Igls zu Vandalenakten gekommen. Infokästen waren eingeschlagen, dazu ein Brotautomat zerstört, Schneestangen ausgerissen und etliche Objekte sowie Verkehrszeichen mit Spray besprüht worden. So stand auch am „Hofladele"-Automaten an der Igler Straße „Milch" zu lesen. Der Zorn in der Bevölkerung war groß, sogar eine Ergreiferprämie von 1000 Euro war ausgesetzt worden. Die Polizei konnte darauf fünf Burschen im Alter von 14 bis 18 Jahren überführen. Ermittlungen ergaben dann noch einen Einbruch in die Landesbaudirektion (Kaffeeautomat zerstört), in einen Bauwagen (fünf Dosen Bier Beute) und die Entwendung von Fahrrädern. Da die Burschen offensichtlich allesamt nicht auf die Butterseite des Lebens gefallen waren und sich im Prozess überraschend kooperativ zeigten, ließ das Jugendgericht jedoch Milde walten. „Sie haben die Karten ehrlich auf den Tisch gelegt", so das Jugendgericht. In einem Fall sah der Richter sogar von der Verhängung einer Strafe ab: „Ich war beeindruckt von Geständnis und Schadenswiedergutmachung!" Die restlichen Verurteilten kamen mit zur Hälfte bedingten 480 Euro Geldstrafe davon. Einige von ihnen waren zuvor jedoch — erstmals — in Untersuchungshaft.

Aufgrund seiner Unberechenbarkeit musste gestern am Landesgericht ein Algerier mit eisernen Fußfesseln vor Richterin Andrea Wegscheider Platz nehmen. In der Justizanstalt soll der 22-Jährige den Beamten mehrere heftige Widerstände geliefert haben. Zudem soll der Mann in der Zelle bereits zwei Brandstiftungen begangen haben. Die Verantwortungen des Angeklagten blieben jedoch so wirr, dass ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben wurde. (fell)


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