Weiter hohe Flüchtlingszahlen in der Ägäis

  • Artikel
  • Diskussion

Die Zahl der in Griechenland ankommenden Migranten bleibt weiterhin hoch. Vor der kleinen griechischen Insel Farmakonisi griff die griechische Küstenwache nach eigenen Angaben vom Sonntag in den vergangenen 24 Stunden 85 Migranten auf. Auf der Insel Samos seien 19 Migranten angekommen.

Im Westen Griechenlands hatte die Küstenwache schon am Freitag an Bord von zwei Jachten insgesamt 60 Migranten angetroffen, die allen Anzeichen nach auf dem Weg nach Italien waren. Es seien drei mutmaßliche Schlepper festgenommen worden. Mit Hilfe von Schleppern versuchen Migranten nach Italien zu kommen, weil die Balkanroute weitgehend geschlossen ist.

Die Registrierzentren auf den griechischen Inseln im Osten der Ägäis sind restlos überfüllt. Nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR haben in den ersten neun Monaten des Jahres mehr Migranten aus der Türkei zu den griechischen Inseln übergesetzt (35.848) als im ganzen Vorjahr (2018: 32.494).

Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl kritisierte den Vorstoß von vier EU-Mitgliedsstaaten für eine freiwillige Aufnahme von Bootsflüchtlingen aus dem Mittelmeer als unzureichend. Die Quotenregelung müsse auch für Zypern und Griechenland gelten, forderte Pro Asyl. Bisher betrifft der befristete Verteilmechanismus nur Migranten auf der zentralen Fluchtroute nach Italien und Malta.

TT-Geburtstag: Jetzt eine von 76 Torten gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet automatisch.

Pro Asyl weist darauf hin, dass der Plan die meisten der in Europa ankommenden Flüchtlinge ausklammere: „Die Ankünfte in Italien und Malta machen tatsächlich nur rund 13 Prozent der Ankünfte über den Seeweg in Europa allgemein aus - der Großteil kommt in Griechenland, gefolgt von Spanien, an“, erklärte die Organisation. Gleichzeitig forderte sie die EU auf, Flüchtlinge umgehend aus den libyschen Auffanglagern zu holen, wo sie „schwersten Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt“ seien.

Die EU-Innenminister beraten am kommenden Dienstag über den von Deutschland, Frankreich, Italien und Malta erarbeiteten Verteilmechanismus. Weitere EU-Länder sollen dann dazu gebracht werden, sich dem Mechanismus anzuschließen. Der deutsche Innenminister Horst Seehofer (CSU) hatte angeboten, jeden vierten vor Italien geretteten Bootsflüchtling in Deutschland aufzunehmen. Sein Vorschlag stößt vor allem in der Union allerdings auf Kritik.


Kommentieren