Ekel-Problem bei Amazon: Händler verkaufen verdorbenes Essen

Amazon hat Probleme damit, die Qualität der von Drittverkäufern vertriebenen Waren zu überwachen. Immer wieder gelangt verdorbenes Essen zu Kunden.

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© APA (dpa/zb/Kalaene)

Seattle, Paris — Drittverkäufer auf Amazon handeln häufig mit abgelaufenem Essen. Laut einem Bericht der CNBC hat der Online-Marktplatz Schwierigkeiten damit, die Qualität aller verkauften Produkte zu überwachen. Marken zeigen sich darüber frustriert, da Kunden ihnen oft schlechte Bewertungen geben, obwohl sie das abgelaufene Produkt gar nicht selbst verkauft haben.

„Es gibt hier zwei geschädigte Parteien. Die eine ist der Käufer, der glaubt, er würde ein Produkt mit der besten Qualität erhalten. Die andere ist der Hersteller des Produktes, dessen Marke und Name dadurch infrage stehen, obwohl er keine Schuld daran trägt. Tatsächlich kann der Hersteller das nicht verhindern", zitiert CNBC Michael Neuwirth, einen Sprecher des Lebensmittelkonzerns Danone.

Kunden hinterließen auf Amazon Beschwerden über Produkte wie abgelaufene Müsliriegel, Beef Jerky und Tabasco-Soße sowie verdorbene Baby-Nahrung. Teilweise finden sich auf der Online-Plattform Nahrungsmittel, die von den Herstellern gar nicht mehr angeboten werden. Beispielsweise finden sich bei Drittverkäufern immer noch Produkte der im Jahr 2017 geschlossenen Starbucks-Tochter Teavana auf Amazon. In einer Bewertung zum Früchtetee von Teavana wurde bemängelt, dieser habe einen unangenehm chemischen Geruch gehabt.

Markt ist schwer zu überwachen

Laut Amazon müssen Drittverkäufer ein Ablaufdatum für Nahrungsmittel angeben und garantieren, dass diese noch eine Haltbarkeit von mindestens 90 Tagen haben. Um die Durchsetzung dieser Regeln zu versichern, seien Kundenbewertungen aber wichtig. Eine Kombination von Menschen und Künstlicher Intelligenz überprüfe jede Woche mehr als 22 Mio. Bewertungen auf Amazon.

Diese Form der Kontrolle ist laut der CNBC aber nur schwer durchsetzbar. Es gibt etwa 2,5 Mio. Drittverkäufer auf Amazon, sie machen ungefähr 58 Prozent der dort stattfindenden Transaktionen aus. Bei einer Beschwerde könnten Drittverkäufer einfach ein Produkt aus ihrem Angebot nehmen und die gleiche Praxis mit einem anderen durchführen. Amazon selbst rät Kunden, auch direkt den Kundenservice anzurufen, damit der Verkauf von verdorbenen Produkten nicht unbemerkt bleibt. (pte, TT.com)


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