Expertengipfel zu UVP für Gletscherehe Pitztal/Ötztal

Eine Gratspitze wird abgetragen, 64 Hektar Pisten werden errichtet. Der Zusammenschluss der Skigebiete am Pitztaler und Ötztaler Gletscher ist bereits vor der Umweltprüfung eine Gratwanderung.

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Werner Schneider • 06.11.2019 16:51
Habe einmal in Tirol gelebt und es lieben gelernt, komme immer wieder - im Sommer! Das Problem des Pitztales gibt es schon lange, wie kommt es, dass außer der Seilbahnwirtschaft niemand bisher wirksame Löschungsvorschläge gebracht hat? Oder gab es die und sind nicht in jene überregionalen Medien vorgedrungen, die jetzt so hitzig und emotional berichten und kommentieren?
Florian Zechel • 06.11.2019 18:54
Nun mit Abwanderung aus alpinen abgelegenen Tälern haben etwa Italien und Frankreich noch mehr zu kämpfen. Allerdings ist es dort auch schon lange kein Tabu, etwa eine Fabrik hinzustellen. Oder es werden Wiederansiedlungsprojekte gestartet, weil sogar die jungen die Lebensqualität mehr schätzen als etwa in der Poebene. Dort werden dann ganzjährige Arbeitsplätze geschaffen, was selbst unser Tourismus in der Form nie bieten wird können. Es gäbe ja auch sanften Tourismus, aber meist scheint es besser, der alten Strategie höher, schneller und weiter hinterherzuhecheln. Da aber der alpine Schilauf in Europa stagniert, will man jetzt nach Russland sogar den chinesischen Markt erschließen. Das ist dann Verdrängungswettbewerb pur oder auch touristischer Kannibalismus.
Fritz Gurgiser • 07.11.2019 10:26
Sehr geehrter Herr Schneider, natürlich ist es richtig, dass es "Abwanderungen" gibt. Es werden aber nur Bevölkerungszahlen genannt, nicht aber die Gründe. Habe heute mit einem langjährigen Freund telefoniert, der täglich aus dem Ötztal nach Innsbruck pendelt. Warum? Weil die, die einen gut bezahlten GANZJAHRESARBEITSPLATZ als Existenzgrundlage im Tourismus kaum einen finden - und von zwei Saisonen kann eben eine Familie kaum mehr leben. Das Kernproblem dabei ist überall das Gleiche: Gut ausgebildete Frauen und Männer pendeln aus den Tälern, kaufen außerhalb ein und so sterben die Handwerker, Nahversorger etc.. Hinein pendeln dann relativ günstige Personen für die Saisonen und das ist es dann - die Seilbahnwirtschaft ist kein Garant dafür, dass im Tal dann Ganzjahresarbeitsplätze, Apotheken, Nahversorger etc. ansiedeln. Das gehört eben auch offen gesagt und diskutiert, um nicht falsche Hoffnungen zu erwecken. Entsprechende Datengrundlagen liegen längst vor, werden aber schamhaft unter Verschluss gehalten. Leider, denn noch nie wurden Probleme gelöst, wenn der Mut zur GESAMTBETRACHTUNG gefehlt hat und stattdessen einzelne politische Klientels befriedigt werden sollen. LG Fritz Gurgiser, UVP-G-2000 Organisation

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