Literaturforum Schwaz: Kleines Team mit großer Wirkung

Nur eine Handvoll Literaturbegeisterte stellen jedes Jahr ein buntes Programm auf die Beine.

Bei der Herbstlese begeisterte Franzobel (Bild). Als Nächstes liest Autor Thomas Lang am 25. November in den Stadtwerken Schwaz.
© Literaturforum Schwaz

Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz — Wer das Literaturforum in Schwaz nicht kennt, der könnte aufgrund des vielseitigen Veranstaltungsangebots meinen, dass ein großes Team dahintersteckt. Doch weit gefehlt. Nur eine Handvoll Literaturbegeisterte stellen jedes Jahr ein buntes Programm auf die Beine. Drei junge Frauen und Obmann Hannes Köchl schupfen großteils den Laden. Viel Unterstützung erhalten sie von den Urgesteinen des Forums: Willi Gösweiner und Margaritha Wanitschek. Wobei die „alte Riege" langsam das Zepter an die Jungen weitergeben möchte.

Für Patricia Oberlechner ist das Herausforderung und Ehre zugleich. Sie engagiert sich seit zwei Jahren beim Literaturforum. „Das Spannendste an der ehrenamtlichen Arbeit ist, die Autoren kennen zu lernen. Man stellt sich diese Personen oft ganz anders vor, und sie dann persönlich zu treffen, ist wirklich toll", erzählt die Pillbergerin. Sie hat schon immer gerne gelesen. „Durch das Literaturforum habe ich viel Neues kennen gelernt und manchmal muss man einem Buch einfach eine Chance geben", sagt die 23-Jährige. Am liebsten liest sie Fantasy-Romane oder Mangas. „Aber auch alte Literatur hat ihren Charme", sagt sie.

Die Mischung mache es aus. Und auch fürs Literaturforum ist ein guter Mix wichtig. So komme immer wieder ein abwechslungsreiches Programm für das Frühjahr und die Herbstlese zustande. Die Ehrenamtlichen investieren für die Organisation viel Zeit und Herzblut. Und damit hatten sie vor allem in letzter Zeit großen Erfolg. Die Lesungen sind stets gut besucht. „Aber es ist schwer, auch junge Leute dafür zu interessieren", gesteht Oberlechner. Sie würde sich wünschen, dass „es mehr Menschen zu schätzen wissen, dass eine Lesung ein besonderes Erlebnis ist". Zudem sei man offen für Autoren-Wünsche zu Lesungen oder helfende Hände bei Organisation und Abwicklung von Veranstaltungen. Auch unbekannten Autoren bietet das Literaturforum Schwaz immer wieder eine Bühne.

Eine Initiative, die Oberlechner besonders gut gefällt, ist der Stadtschreiber. Jedes Jahr bewerben sich bis zu 150 Autoren um das Aufenthaltsstipendium. „Wir lesen dann alle eingelangten Texte und müssen einen Sieger auswählen. Das ist sehr spannend, weil die Geschmäcker auch sehr verschieden sind", schmunzelt sie. Viel Arbeit, die stets anfällt. Aber Arbeit, die der jungen Ehrenamtlichen viel Freude bereitet. „Es wäre furchtbar schade, wenn es das Literaturforum irgendwann nicht mehr gäbe."

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Autor Thomas Lang schließt am 25. November die Herbstlese. Im März geht es mit bekannten Autoren weiter. Auch die ausgefallene Lesung von Tanja Maljartschuk wird nachgeholt.


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