Das will Facebook im US-Wahlkampf gegen „Fake News“ tun

Das soziale Netzwerk Facebook hat seine Investoren über Schutzmaßnahmen im US-Wahlkampf informiert. So sollen etwa „Falschinformationen“ deutlicher gekennzeichnet werden.

Mit Demo-Aktionen wird immer wieder scharfe Kritik an Fake-Accounts und Fake-News protestiert, die auf Facebook kursieren.
© AFP

Washington, Menlo Park — Mit Blick auf die US-Wahlen im kommenden Jahr hat Facebook seine Investoren über Maßnahmen zum „Schutz des demokratischen Prozesses" informiert. „Wir haben eine Verantwortung, Missbrauch und Einmischung in Wahlen auf unserer Plattform zu stoppen", teilte der US-Konzern am Donnerstagabend (Ortszeit) mit.

Zu den Maßnahmen gehören ein besserer Schutz der Facebook-Konten gewählter Amtsträger und die klare Kennzeichnung, wer für politische Seiten und die Websites staatlicher Medien verantwortlich ist. Außerdem sollen Videos und Artikel, die von unabhängigen Faktenprüfern als „Falschinformation" eingeordnet wurden, deutlicher gekennzeichnet werden. Die Maßnahmen waren bereits im Oktober von Facebook-Chef Mark Zuckerberg angekündigt worden.

Facebook seit US-Wahlkampf 2016 massiv unter Druck

Seit der US-Wahl 2016 stehen die großen Online-Netzwerke unter erheblichem Druck, gegen die massive Verbreitung von inhaltlich falschen sowie manipulativen politischen Botschaften vorzugehen. Laut Erkenntnissen der US-Geheimdienste wurde damals von Russland aus eine intensive Manipulationskampagne zugunsten des späteren Wahlsiegers Donald Trump geführt, für die auch die Online-Netzwerke eingesetzt wurden.

Facebook hat seither eine Reihe von Maßnahmen gegen die Verbreitung von Falschinformationen ergriffen. Erst kürzlich hatte Facebook nach eigenen Angaben eine neue getarnte russische Kampagne auf seinen Plattformen entdeckt und gestoppt, die auf politische Einflussnahme in den USA abzielte.

Facebook war in den vergangenen Jahren von einer Serie von Skandalen erschüttert worden. Heraus kam unter anderem, dass die Daten von rund 87 Millionen Nutzern bei der Datenanalysefirma Cambridge Analytica gelandet waren. Sie sollen unter anderem unerlaubt im vergangenen US-Präsidentschaftswahlkampf für die Kampagne des heutigen Amtsinhabers Donald Trump genutzt worden sein. (APA/AFP)


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