Nußdorf-Debant: Wenn das Ewige Licht klimafreundlich leuchtet

Die Pfarre Debant ist die erst Klimabündnis-Pfarre Tirols. Verzicht auf Plastik und Energiespar-Leuchten gehören zu den Maßnahmen.

Pfarrkurator Thomas Happacher (l.) und Pfarrökonom Gustl Seiwald sind stolz auf die energiesparende LED-Beleuchtung in der Debanter Kirche. Dadurch sinken die Stromkosten um ein Vielfaches.
© Oblasser

Von Catharina Oblasser

Nußdorf-Debant –Klimabündnis-Gemeinden gibt es viele in Tirol, Klimabündnis-Pfarren noch nicht. Debant ist die erste Pfarre im Land, die dieses Prädikat verliehen bekommt. „Am 22. November ist es so weit“, freut sich Pfarr­ökonom und Initiator Gustl Seiwald gemeinsam mit Kurator Thomas Happacher.

Im April hat die Entwicklung hin zu mehr Umweltfreundlichkeit begonnen. „Vertreter des Klimabündnisses haben bei uns eine Erhebung gemacht“, erzählt Seiwald. Geprüft wurden etwa Strom- und Wasserverbrauch, die Nutzung des Pfarrgrundes und der Einkauf von Bürobedarf.

In vielen Punkten schneidet die Pfarre Debant sehr gut ab. „Seit der Kirchenrenovierung 2017 haben wir LED-Lampen, die viel stromsparender sind als die Beleuchtung vorher“, schildert der Pfarrökonom. 2018 wurde die Ölheizung durch Fernwärme ersetzt. Ein Teil des Pfarrgrundes wird der Allgemeinheit in Form eines Kinderspielplatzes zur Verfügung gestellt.

Dennoch bleibt noch genug zu tun. Eines der Ziele ist es, Plastik einzusparen. „Zum Beispiel beim Ewigen Licht“, meint Thomas Happacher. Es brennt in der Kirche an 365 Tagen im Jahr, bisher wurden Kerzen in einer Plastikhülle verwendet. „Nun steigen wir auf Glas um. Wenn die Kerze ausgebrannt ist, kann die Glashülle wiederbefüllt werden“, so Happacher. Plastik soll auch bei Festen, Agapen und Pfarrcafés durch richtiges Geschirr ersetzt werden.

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Was den beiden Verantwortlichen ebenfalls wichtig ist: Bewusstseinsbildung und die Vorbildwirkung. „Wir hoffen, dass wir viele Nachahmer finden“, meint Seiwald. Laut Andrä Stigger, Geschäftsführer des Klimabündnisses Tirol, ist Debant die erste Pfarre, die den Aufnahmeprozess abgeschlossen hat. „Doch fünf weitere Pfarren arbeiten gerade daran“, sagt er.

Den Anstoß zur Aktion gab Bischof Hermann Glettler mit seiner Aussendung „Schöpfungsverantwortung leben“, die an alle Pfarren der Diözese Innsbruck ging. Dieser Verantwortung wollen sich die Debanter stellen.

Das Fest zur Urkundenverleihung am 22. November findet im Kultursaal statt und beginnt um 19.30 Uhr. Es spielen Die Vielfältigen, der Reinerlös kommt der Anschaffung von Geschirr zugute.


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