Unterstützer syrischer Weißhelme tot in Istanbul aufgefunden

Drei Tagen, nachdem Russland dem Unterstützer der syrischen Weißhelme, James Le Mesurier, Nähe zum Terrorismus vorgeworfen hatte, wurde der Brite tot vor seiner Wohnanlage gefunden.

Absperrband vor dem Wohnhaus, von dessen Balkon der britische Offizier stürzte.
© AFP

Istanbul — In Istanbul ist ein wichtiger Unterstützer der syrischen Weißhelme tot aufgefunden worden. Dies verlautete am Montag aus dem Umfeld des Istanbuler Büros der syrischen Zivilschutzorganisation. Die Umstände des Todes des früheren britischen Offiziers James Le Mesurier waren demnach unklar. Brisant war allerdings, dass Russland den Briten nur drei Tage vor seinem Tod als „Terroristen" bezeichnete. So verlautete die Sprecherin des russischen Außenamts, Maria Sacharowa, in Moskau: „Der Mitbegründer der ?Weißhelme', James Le Mesurier, ist ein ehemaliger Agent des britischen MI6, der auf der ganzen Welt gesichtet wurde, unter anderem auf dem Balkan und im Nahen Osten. Seine Verbindungen zu terroristischen Gruppen wurden schon während seiner Mission in Kosovo gemeldet."

Offizier lag tot vor Wohnhaus

Laut einem türkischen Pressebericht wurde Le Mesurier am Morgen vor seinem Wohnhaus in Istanbul mit gebrochenen Beinen und Brüchen am Schädel aufgefunden. Wegbegleiter erklärten später in Medien, es sei unmöglich, einfach so vom Balkon der Wohnung zu fallen.

Le Mesurier leitete die Nichtregierungsorganisation Mayday Rescue, die Spenden für die Weißhelme koordinierte. Die Weißhelme sind freiwillige Helfer, die in den Gebieten unter der Kontrolle der Opposition in Syrien den Opfern von Kämpfen und Luftangriffen zu Hilfe kommen. Die syrische Regierung und ihre russischen Verbündeten werfen ihnen vor, die Rebellen zu unterstützen.

Im Westen sind die Weißhelme dagegen für ihren gefährlichen Einsatz zur Rettung von Verletzten und Verschütteten vielfach geehrt worden. Eine Dokumentation über die Organisation erhielt im Jahr 2017 einen Oscar für den besten dokumentarischen Kurzfilm. Die Weißhelme finanzieren sich über Spenden und staatliche Hilfen. Erst am 22. Oktober gab US-Präsident Donald Trump Hilfen von 4,5 Millionen Dollar für die Organisation frei. (TT.com/APA/AFP)

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