„Großer Schlag“: Betroffenheit nach Bränden in Itter und Häselgehr

In Itter ging in der Nacht auf Dienstag eine Tischlerei in Flammen auf, in Häselgehr ein ehemaliges Bauernhaus. Beide Großbrände sorgen für Betroffenheit.

Eine Tischlerei in Itter (Foto) und ein Bauernhaus in Häselgehr brannten am Montagabend bzw. in der Nacht auf Dienstag lichterloh.
© zoom.tirol

Von Harald Angerer und

Simone Tschol

Itter, Häselgehr –Dem Itterer Bürgermeister Josef Kahn fehlen noch immer die Worte. „Ich bin selbst bei der Feuerwehr und wurde auch in der Nacht alarmiert. Das ist ein großer Schlag für die Betreiberfamilie und den Ort“, erklärte er in einer ersten Stellungnahme. Die betroffene Familie Decker betreibt mit der Tischlerei „einen Familien- und Leitbetrieb für die ganze Branche in Tirol“, ist der Bürgermeister überzeugt.

Die Arbeit für die Einsatzkräfte war schwierig. Ingesamt 18 Feuerwehren aus der gesamten Region kämpften am Dienstag ab 2.30 Uhr gegen die Flammen. Da Itter an der Bezirksgrenze liegt, wurden auch Wehren aus dem Bezirk Kufstein alarmiert. Zeitweise standen bis zu 25 Atemschutztrupps im Einsatz. 350 Feuerwehrleute versuchten, den Brand einzudämmen. Vergeblich, wie Itters Feuerwehrkommandant Alois Hechenblaikner berichtet: „Als wir mit unseren drei Fahrzeugen angekommen sind, stand das Gebäude im Erdgeschoß bereits im Vollbrand.“ Es sei schnell klar gewesen, dass es wohl wenig zu retten gibt.

Zur Brandursache konnte Hechenblaikner gestern nichts sagen, hier würden erst die Brandermittler zum Einsatz kommen. Noch am Nachmittag war er mit seinen Männern damit beschäftigt, letzte Glutnester zu bekämpfen. „Für die Nacht werden wir eine Brandwache aufstellen“, sagt der Kommandant.

18 Feuerwehren der Region kämpften in Itter gegen die Flammen.
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„Für uns ist das natürlich eine Katastrophe“, sagt Firmenchef Markus Decker. Erst 2014 hatte er den Betrieb erneuert und vergrößert, inzwischen arbeiten 40 Personen in dem Unternehmen. „Ich habe die Verantwortung für einige Familien, es wird auf jeden Fall irgendwie weitergehen“, zeigte sich der bekannte Unternehmer der TT gegenüber vorsichtig optimistisch: „Wie es weitergeht, ist jetzt aber noch nicht klar. Zuerst muss die Ursache geklärt werden.“

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Die Schadenshöhe kann Decker noch nicht beziffern, sie wird aber in die Millionenhöhe gehen. Dazu kommt noch, dass die Auftragsbücher so kurz vor der Wintersaison voll sind. „Wir haben aber schon von einigen Kollegen Hilfe angeboten bekommen, in der Tischlerei-Branche ist der Zusammenhalt sehr gut“, betont Decker. Unterstützung hat auch Bürgermeister Josef Kahn zugesagt: „Wir helfen natürlich, wo wir können. Ich bin auch schon in Kontakt mit dem Landeshauptmann und der Wirtschaftskammer.“

Auch in der Lechtalgemeinde Häselgehr ist die Betroffenheit groß. Montagabend kurz vor halb acht war im Wirtschaftstrakt eines ehemaligen Bauernhauses ein Brand ausgebrochen. Ein Nachbar hatte das Feuer bemerkt und die beiden Bewohner (85 und 79 Jahre) rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Sechs Feuerwehren mit 80 Mann kämpften zweieinhalb Stunden gegen die Flammen. „Die größte Herausforderung war sicher, das Ausbreiten des Feuers auf Nachbarobjekte zu verhindern“, meint Romeo Larcher, Kommandant der Feuerwehr Häselgehr.

Auch in der Lechtalgemeinde Häselgehr ist die Betroffenheit groß.
© Tschol

Das erst vor wenigen Jahren generalsanierte Haus ist bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Einzelne Glutnester sorgten dafür, dass auch am Dienstag immer wieder Rauchschwaden aus der Brandruine aufstiegen.

Die beiden Bewohner kamen inzwischen bei ihrer Tochter unter. Die Ursache für das verheerende Feuer ist noch unklar. Die Brandermittler der Polizei haben ihre Arbeit aufgenommen.


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