Wirtschaft im Bezirk Landeck sieht sich vor drei großen Herausforderungen

Kammerfunktionäre befassten sich mit der Weiterentwicklung des Bezirkes: Top-Themen bis 2025 sind Tourismus, Fachkräftemangel und Digitalisierung.

Mit dem Ausbau des Lichtwellenleiternetzes hat der Bezirk Landeck laut Wirtschaftskammer kräftig aufgeholt.
© Wenzel

Landeck –Er sei kein Freund von Workshops, gestand Wirtschaftskammerobmann Toni Prantauer am Dienstag. Dennoch ging er im Sommer mit Funktionären auf eine Klausur, um Hirnschmalz in den „Impuls-Leitfaden 2020–2025“ zu investieren.

In diesem Zeitraum sehe man drei Schwerpunkte bzw. Herausforderungen für die Kammerarbeit im Bezirk: Tourismus, Fachkräftemangel und Digitalisierung.

Die Zahl der Skifahrer sinkt und niedrig gelegene Skigebiete würden in Zeiten des Klimawandels Probleme haben, zeigte Prantauer auf. „Da stecken ebenso Herausforderungen wie in der Lösung von Verkehrsproblemen bei der Anreise. Ich erinnere an den Autoreisezug von Hamburg nach Schönwies, der einige Jahre gut funktioniert hat, bevor er von den Bahngesellschaften eingestellt wurde.“

Tirols Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser und Bezirksobmann Toni Prantauer stellten die Wirtschaftsimpulse 2020?2025 vor.
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Auch bei der Arbeitszeit in den Gastro- und Beherbergungsbetrieben gebe es Handlungsbedarf: „Heute gilt die Fünf-Tage-Woche. Aber ich weiß von Saisonbetrieben, dass Mitarbeiter bereit sind, sechs Tage zu arbeiten, weil sie möglichst viel verdienen möchten.“ Zudem seien zahlreiche Betriebe – gerade jetzt kurz vor Beginn der Wintersaison – mit generellem Facharbeitermangel konfrontiert. „Wir haben ein viel zu kleines Kontingent von Mitarbeitern aus Drittländern“, weiß Bezirksstellenleiter Otmar Ladner. Das Ministerium erlaube für den Bezirk nur 54 Mitarbeiter aus Nicht-EU-Ländern. Noch dazu sei eine Genehmigung mit bürokratischem Aufwand in Hinblick auf den Bedarf verknüpft. „Brauchen würden wir mindestens viermal so viele“, so Ladner. Von der neuen Regierung erwarte man eine „liberalere Politik“, die FPÖ habe in dieser Sache restriktiv agiert, sagte Walser.

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Dass demnächst acht junge Leute aus Spanien eine Lehre im Bezirk beginnen, wurde als eine Offensive bewertet, „die man nur begrüßen kann“.

Dass der Zusammenschluss der Skigebiete von Kappl und St. Anton abgelehnt worden ist, „liegt allen noch schwer im Magen“, stellte Tirols Kammerpräsident fest. „Beide Partner haben viel Zeit und Geld in die Projekteinreichung investiert. Dass nach sieben Jahren ein negativer Bescheid herauskommt, ist inakzeptabel.“ Für die Kammer bleibe diese Skigebietsverbindung „weiterhin ein attraktives und wirtschaftlich interessantes Projekt“.

Mit dem Ausbau des Glasfasernetzes sei der Bezirk gut unterwegs, hob Prantauer hervor. Als Vorreiterbetrieb nannte er die Schönwieser Firma Casablanca Hotelsoftware, die mit dem „digitalen Rezeptionisten“ für Aufmerksamkeit sorgt. An der Digitalisierung im Bezirk führe kein Weg vorbei. Er sei überzeugt, dass damit keine Jobs verloren gehen, so der Bezirksobmann. Die Kammer werde sich dem Thema noch intensiv widmen und Infoveranstaltungen anbieten. Vorab traf man dazu eine Klarstellung: „Was wir nicht wollen, sind Hotelbetriebe ohne Mitarbeiter. Der Bezirk punktet mit Gastfreundschaft.“ (hwe)


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