Richterin empört: „So ein Sozialbetrug ist eine Schweinerei!“

Den Ärger von Strafrichterin Verena Offer zog sich gestern am Landesgericht ein in Innsbruck wohnhafter Bulgare zu. Kein Wunder: Verantworte...

Ein Bulgare geriet ins Visier der Finanzbehörden.
© Rottensteiner

Den Ärger von Strafrichterin Verena Offer zog sich gestern am Landesgericht ein in Innsbruck wohnhafter Bulgare zu. Kein Wunder: Verantworteten sich der 53-Jährige und seine Verwandten zum Vorwurf des schweren Betrugs am Sozialstaat doch mit allerlei „Gschichtln“.

44.616 Euro soll der Bulgare über Notstandshilfe, Sozial- und Pensionsversicherungsbeiträge sowie Mietzinsbeihilfe (Geschädigte: Land Tirol, Stadt Innsbruck) von 2014 bis 2018 ungerechtfertigt bezogen haben. Offiziell im Notstand, betrieb der Bulgare nämlich eine Firma für Fahrzeughandel. Bei der Finanz angemeldet war diese freilich nur in Bulgarien. Da half es auch nichts, dass der Sohn des Angeklagten von so einer Firma gar nichts wissen wollte. Bekannte Autohändler aus der Innsbrucker Umgebung erkannten ihren Verhandlungspartner als Zeugen nämlich sofort wieder. „So ein Sozialbetrug ist eine Schweinerei. Diejenigen, die wirklich Unterstützung brauchen, zahlen wegen solchen Leuten drauf!“ 1920 Euro Geldstrafe verhängte Richterin Offer darauf nicht rechtskräftig unbedingt.

Eine Krida-Verurteilung im Alter von 79 Jahren muss man erst einmal zustandebringen. Wie das geht? Wenn man sich beispielsweise bei Gericht wegen Exekutionen vermögenslos darstellt, aber 38.000 Euro im Keller versteckt hat. Sechs Monate bedingte Haft und 960 Euro Geldstrafe nahm der Rentner sofort an. (fell)


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