Mindestens sieben Tote durch Autobombe in Afghanistan

Bei einem Autobombenanschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens sieben Menschen getötet worden. Mindestens zehn weitere Menschen seien verletzt worden, darunter vier ausländische Staatsbürger, teilte das Innenministerium am Mittwoch mit. Der Sprengsatz habe ein gepanzertes Fahrzeug der kanadischen Sicherheitsfirma GardaWorld getroffen.

Die vier verletzten Ausländer seien Mitarbeiter von GardaWorld. Zuvor hatte das Innenministerium mitgeteilt, Ziel des Anschlags sei ein Fahrzeug eines Ministeriums gewesen. Zu den Nationalitäten der verletzten Ausländer gab es zunächst keine Informationen. GardaWorld bietet nach Angaben auf seiner Website Sicherheitsdienste wie mobile Patrouillen oder Schutzdienste für Führungskräfte an. Alle Opfer des Anschlags sind nach den Worten von Ministeriumssprecher Nasrat Rahimi Zivilisten. Unter den Toten ist auch ein Kind.

Die Explosion ereignete sich am frühen Morgen (Ortszeit) in einer Straße an der Rückseite des Innenministeriums und unweit des Flughafens. Bilder in sozialen Medien zeigten eine aufsteigende große, weiße Rauchwolke und mehrere zerstörte Autos. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Angriff. Die militant-islamistischen Taliban bestritten in einer Nachricht über WhatsApp eine Beteiligung an der Tat.

Die Autobombe ist der 21. größere Anschlag in Kabul in diesem Jahr. Dabei sind bisher insgesamt mindestens 250 Menschen getötet und mehr als 1.100 verletzt worden. Die Angriffe reklamierten teilweise die Taliban, teils die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) für sich. Zuletzt waren Mitte September bei einer Explosion bei einem Kontrollposten vor einer Einrichtung des Verteidigungsministeriums mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen.

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In Afghanistan dauern die Bemühungen, den langjährigen Konflikt politisch zu lösen, an. Erst am Dienstag hatte Präsident Ashraf Ghani angekündigt, drei hochrangige Taliban-Mitglieder freilassen zu wollen. Dem Vernehmen nach sollen die Taliban im Gegenzug dafür zwei im Jahr 2016 verschleppte Professoren der Amerikanischen Universität freilassen. Ghani hatte die Hoffnung geäußert, mit der Freilassung der Taliban-Mitglieder den Weg für persönliche und direkte Gespräche mit den Taliban zu ebnen, um Frieden zu erreichen. Bisher hatten sich die Taliban geweigert, direkte Friedensgespräche mit der Regierung aufzunehmen, die sie als „Marionette“ des Westens betrachten.


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