Prozess in Innsbruck: Diamantenbetrug in Ischgl endete in Haft

Zwei Wiener standen am Donnerstag in Innsbruck vor Gericht. Ihnen wurde ein Millionenbetrug um Diamantenverkäufe vorgeworfen. Phantasierenditen und Aufschläge von bis zu 380 Prozent brachten ihnen bis zu drei Jahre teilbedingte Haft ein.

Das Landesgericht Innsbruck.
© TT/Julia Hammerle

Innsbruck – In Zeiten der Null-Zinsen-Politik scheinen alternative Veranlagungen für viele immer interessanter. Neben Immobilien, Kunst und Gold bieten sich da für Investoren Edelsteine an. Dies dachten sich ab 2012 auch zwei Wiener (55, 33). Beide kannten sich bereits von früher, keine ihrer geschäftlichen Aktivitäten war bislang von besonderer Seriosität geprägt. Eineinhalb Jahre Haft wegen Betruges hatte der 55-Jährige bereits in Deutschland ausgefasst. Nun sollte der Neustart mit Anlagediamanten in der Heimat nochmals gelingen. Über professionell gemachte Web-Werbung verkauften sie fortan vor allem Unternehmern Edelsteine zu weit überhöhten Preisen und versprachen dabei noch Wertsteigerungen sowie garantierte Abnahme durch Käufer aus der Schweiz und dem arabischen Raum. Gelockt wurden die Kunden jeweils mit einem „Opening-Diamanten“, der mit einer Rücknahmegarantie und einer festen, aber in Wirklichkeit illusorische­n Rendite angeboten wurde. Ein aufgelegter Betrug, den die Ischg­ler Polizei aufgrund einer Anzeige akribisch ermittelt und aufgearbeitet hatte. 31 Geschädigte und ein angeklagter Schaden von knapp 1,2 Mio. Euro blieben über. Am Donnerstag am Landesgericht ergriff das Duo aufgrund der Ermittlungsdichte und zehnjähriger Strafandrohung seine allerletzte Chance: Verteidiger Hubert Stanglechner riet zum Geständnis. Pokerspiel und Kokain hatten einst die besten Vorsätze übrigens wieder ins Kriminal kippen lassen. Drei Jahre Haft (zwei bedingt) für den 55-Jährigen sowie 20 Monate bedingte Haft und 3360 Euro Geldstrafe für den Komplizen wurden rechtskräftig. Die Forderungen der Anleger treffen auf Mittellose. (fell)


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