Wallfahrtskirche Locherboden: Über die Hängebrücke musst du geh‘n

Die Wallfahrtskirche Locherboden ist diese Woche unser Tourenziel. Von Stams ging’s als Rundtour über die Hängebrücke hinauf und zurück. Eine Tour, die auch bei Schlechtwetter gut möglich ist.

Über die Hängebrücke in Stams ...
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Stams –Wohin soll diese Woche unser Tourentipp führen? Eine wirklich gute Frage. Einige Freaks haben ihre Ski und Felle längst aus dem Keller geholt und die ersten Spuren in den Schnee gezaubert. Und mancherorts, wie etwa in Obergurgl (Wurmkogel) oder am Stubaier Gletscher, waren die Bedingungen zuletzt sogar ziemlich gut. Selbst in der Axamer Lizum war am vergangenen Wochenende der Parkplatz beinahe ausgebucht und das Hoadl wurde regelrecht gestürmt.

Kommt Zeit, kommt Rat. Der Winter dauert noch lange genug und Skitourentipps werden vielleicht schon bald folgen. Diese Woche waren wir aber nochmals zu Fuß unterwegs. Von Stams aus ging es hinauf zur Wallfahrtskirche Maria Locherboden und zurück nach Stams: eine ausgezeichnete Schlechtwettervariante, welche etwa zwei Stunden Frischluftvergnügen, sechs Kilometer, rund 300 Höhenmeter und eine etwas wackelige Hängebrücke garantiert.

... geht es zur Wallfahrtskirche in Mötz.
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Die Wallfahrtskirche Locherboden oberhalb von Mötz ist vielen bekannt. Einst Teil eines Bergbaugebietes ist der Locherboden seit dem Jahre 1740 beliebt für Wallfahrten. Dies ist Überlieferungen nach Thalmann Kluibenschädel zu verdanken, der als Bergknappe im Stollen von einem Stein eingeschlossen war und gerettet werden konnte. Aus Dankbarkeit hängte er ein Maria-Hilf-Bildnis an den Stolleneingang.

Überregionale Bedeutung als Wallfahrtsort bekam Maria Locherboden allerdings mehr als 100 Jahre später, als die sterbenskranke Maria Kalb aus Rum bei Innsbruck im Jahre 1871 auf wundersame Art und Weise geheilt wurde. Dies verbreitete sich wie ein Lauffeuer und immer mehr Menschen machten sich auf den Weg hinauf zum Locherboden. 1901 wurde die heutige Kirche oberhalb der Grotte feierlich eingeweiht.

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So kommt man von Stams hinauf zum Locherboden: Beim Kreisverkehr in Stams folgen wir mit dem Auto den Wegweisern „Gewerbegebiet – Hängebrücke“ und fahren bis zum kostenlosen Parkplatz an das Innufer. Unter der mit bunten, aber durchwegs kreativen Graffiti besprühten Unterführung queren wir die Inntalautobahn und erreichen das erste Highlight unserer Tour: eine Hängebrücke, die uns etwas wackligen Schrittes, aber nicht allzu hoch über den Inn bringt.

Gleich nach der Brücke zweigen wir nach links ab und wandern am Steig in westlicher Richtung weiter. Bis zu einem gelben Hinweisschild. Links oder rechts? Im Prinzip ist es egal, für welchen Weg man sich entscheidet. Beide Wege führen zur Wallfahrtskirche Locherboden. Bequemer ist vielleicht der Aufstieg über die linke Seite, von rechts kommen wir herunter. Somit erfolgt unsere Rundwanderung im Uhrzeigersinn. Kupiert, aber nie wirklich steil, erreichen wir über den liebevoll angelegten Waldsteig, der immer wieder mit Tafeln zu Flora und Fauna der Region informiert, nach rund einer Stunde die Wallfahrtskirche Locherboden. Normalerweise herrscht hier heroben immer recht reges Treiben. Heute sind wir mutterseelenallein unterwegs.

Kein Wallfahrer findet sich am Locherboden. Untypisch, aber wahr. Wohl ob des Wetters. Während es in Stams noch geregnet hat, hat mittlerweile leichter Schneefall eingesetzt. Einige Nebelschwaden lassen den Locherboden mit seinem Kirchlein noch viel mystischer erscheinen. Auf den Besuch der Grotte und der Kirche darf freilich nicht vergessen werden. Wir halten für ein paar Minuten inne, zünden eine Kerze an und lassen uns von unseren Gedanken treiben, bevor wir die Runde fortsetzen.

Nun wandern wir entlang des Besinnungsweges, der gut markiert ist, in östlicher Richtung weiter. Meistens flach, nur zwischendurch leicht bergauf, bald bergab, schlendern wir den Besinnungsweg in Richtung Untermieming weiter. Immer wieder vorbei an schmucken Aussichtsplätzen, die einen Tiefblick nach Stams und zum Stift Stams gewähren. Nur heute laden diese Orte nicht wirklich länger zum Verweilen ein. Bei gutem Wetter hingegen sollte man hier unbedingt Halt machen und seine Jause genießen.

Wir erreichen eine Waldlichtung. Hier verlassen wir den Besinnungsweg und entlang des wieder schmaler werdenden Waldsteiges geht’s in Serpentinen, vorbei an einer kleinen, weißen Kapelle, zurück bis zur Hängebrücke und von dort zum Parkplatz.

Fazit: Die Rundwanderung von Stams zum Locherboden und zurück ist auch bei schlechterem Wetter ein alternatives Ausflugsziel. Und selbst mit Kindern ist diese Runde in zwei bis drei Stunden gut machbar. Nur den Kinderwagen sollte man besser zu Hause lassen.

Neben der geistigen Stärkung gibt es am Locherboden einen Kiosk zum Einkehren oder man lässt sich etwas unterhalb im Gasthaus Locherboden verwöhnen. In diesem Sinne eine besinnliche Wanderung von Stams über die wackelige Hängebrücke hinauf zum Locherboden. Und kein Grund zur Panik für alle, die noch nicht auf ihren Skitourenski stehen – die Skitourenzeit kommt noch früh genug. (flex)


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