Orte der Erinnerung: Neues Buch über jüdisches Leben in Innsbruck

Ein neues Buch widmet sich dem jüdischen Innsbruck: Spuren und Zeichen, die geblieben sind, aber auch gesetzt wurden, um das Vergessen zu verhindern.

Niko Hofinger zwischen dem Gedenkstein für den ermordeten Vorsteher der Israelitischen Kultusgemeinde Richard Berger (links) und dem Denkmal der schlagenden Burschenschaft Suevia.
© Thomas Boehm / TT

Von Michaela S. Paulmichl

Innsbruck — Manche Inschriften sind verwittert und schwer zu entziffern, doch die auf die Gräber gelegten Steine zeigen: Die Erinnerung an die Menschen ist so lebendig wie dieser alte Brauch beim Friedhofsbesuch. Und gibt es keine Familie mehr, die sich um die Pflege der letzten Ruhestätte kümmern kann, übernimmt diese Aufgabe die Israelitische Kultusgemeinde.

Der jüdische Friedhof in Innsbruck— immer wieder geplündert und geschändet — ist einer jener Orte, denen sich der Innsbrucker Historiker Niko Hofinger gemeinsam mit Esther Pirchner und Sonja Prieth in dem Buch „Das jüdische Innsbruck — Sichtbares und Unsichtbares in Alltag und Erinnerung" widmet.

Näheres zur App unter www.erinnern.at.
© Paulmichl

Der Gedenkstein am Ort des Lagers Reichenau oder die Gedenktafel für Ilse Brüll — sie wurde als Mädchen in Auschwit­z ermordet — vor ihrer früheren Schule in der Michael-­Gaismair-Straße sind für Hofinger „wichtige Zeichen der Erinnerung, die nicht hoch genug geschätzt werden können. Weil sie zeigen, dass es uns ein Anliegen ist, darüber zu sprechen und nichts zu verschweigen."

„Das jüdische Innsbruck“ – Sichtbares und Unsichtbares in Alltag und Erinnerung – von Niko Hofinger, Esther Pirchner und Sonja Prieth ist erschienen im Limbus-Verlag.
© Paulmichl

Ausführlich wird die Entstehungsgeschicht­e der heutigen Synagoge geschildert: „Weltweit einmalig ist, dass die Sternenkonstellation auf dem gemalten Himmel exakt jener am Tag der Eröffnung am 21. März 1993 entspricht." Esther Fritsch, damalige Präsidentin und heutige Ehrenpräsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde, fängt mit den Worten „Meine Kindheit hat erst begonnen, als ich acht Jahre alt war" an, bisher Unveröffentlichtes aus ihrem Leben zu erzählen.

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