Lukas Greiderer: “Nicht ohne meine Damen-Strumpfhose“

Die ÖSV-Kombinierer treten zum Auftakt in Ruka ersatzgeschwächt an. Der Tiroler Lukas Greiderer holte sich bei Willi Denifl Tipps.

Auf Franz-Josef Rehrl, dreifacher WM-Medaillengewinner von Seefeld, ruhen zum Auftakt die Hoffnungen.
© gepa

Von Benjamin Kiechl

Innsbruck –Mit verschränkten Armen und hängenden Mundwinkeln sitzt Franz-Josef Rehrl im silbernen ÖSV-Teambus und lauscht den Worten von Sprungtrainer Christoph Bieler. Es ist für den Nordischen Kombinierer eines der letzten Trainings am Bergisel, bevor es beim Weltcup-Auftakt in Ruka (FIN/ab 29.11.) zählt. Eigentlich gibt der Steirer Rehrl auf der Schanze die Weite vor, doch gestern wurde er überraschend vom Kärntner Philipp Orter überflügelt. Das schmeckt dem dreifachen WM-Bronzemedaillengewinner von Seefeld überhaupt nicht.

„Für mich ist jeder Sprung wie ein Wettkampfsprung“, erzählt der 26-Jährige. „Gut zu springen, ist eine der schönsten Sachen, die es gibt. Schlecht zu springen, ist eine der grausigsten. Die eigene Laune hängt am Sprungniveau“, meint er achselzuckend. Vollauf zufrieden wirkt er noch nicht, der „Elchtest“ folgt in wenigen Tagen. „In Ruka ist es mit dem Wind schwierig zu springen, man braucht auch Glück.“

Ein Stockerlplatz sei Rehrl auf jeden Fall zuzutrauen, erklärt ÖSV-Cheftrainer Christoph Eugen, der gleich acht Weltcup-Startplätze zur Verfügung hat. Neben Überflieger Mario Seidl (Kreuzband­riss) fallen mit Bernhard Gruber (Magen-Darm-Virus) und Lukas Klapfer (Knieprobleme) zwei routinierte Kräfte aus. Vom Staffel-Bronze-Team in Seefeld ist damit nur noch Rehrl übrig geblieben.

Von Druck will Rehrl nichts wissen. „Wir sind gut aufgestellt und die anderen Athleten fordern mich auf der Schanze.“ Die Vergleichs­werte mit Top-Springer Seidl bzw. Langlauf-Zugpferd Grube­r fehlen derzeit jedoch. Cheftrainer Eugen sieht in den Ausfällen eine Chance für junge Athleten.

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Neben dem Steirer Martin Fritz haben sich vor allem die Tiroler Lukas Greiderer und Jungspund Johannes Lamparter über den Sommer weiterentwickelt. Den Tiroler Athleten fehlt mitunter die Konstanz auf der Schanze. Der 18-jährige Rumer Lamparter muss zudem weiterhin im Schigymnasium Stams die Schulbank drücken.

Der Absamer Lukas Greiderer will seinen ersten Weltcup-Podestplatz in der Vorsaison (Platz zwei in Schonach) bestätigen und holte sich in der Vorbereitung Tipps von Ex-Kombinierer Willi Denifl. „Er hat sehr viel Erfahrung und ist ein Vorbild für mich“, sagt der 26-Jährige. Bereits bei der WM 2017 in Lahti hatt­e Denifl einen Tipp für Greiderer parat: „Damit es beim Langlaufen nicht so kalt ist, muss man unter der Hose ein­e Damen-Strumpfhose anziehen“, verrät Greiderer mit einem Lächeln. Auch beim Weltcup-Auftakt in Ruka wird es klirrend kalt sein: „Ich habe die Strumpfhose daher schon eingepackt.“


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