Handy-System „VERA“ soll Amokschützen lokalisieren

Durch nur drei Smartphone-Videos soll „VERA“ im Falle einer Amok-Schießerei den Schützen lokalisieren können. In Fällen wie in Las Vegas 2017, könnten damit wertvolle Minuten und dadurch Leben gerettet werden.

Der Schauplatz des Attentats von Las Vegas 2017.
© AFP

Pittsburgh – Amokläufer binnen Minuten lokalisieren. Das soll „VERA“, ein Detektionssystem das von der Carnegie Mellon University entwickelt wurde, ermöglichen und so Schlimmeres verhindern. Dabei werden von Smartphones erstellte Videos analysiert und die Position eines Schützen durch Schussgeräusche ermittelt.

VERA steht für „Video Event Reconstruction and Analysis“ und soll vor allem bei Einsätzen wie dem Scharfschützen von Las Vegas, der am 1. Oktober 2017 in zehn Minuten 58 Menschen ermordete und rund 870 verletzte, eingesetzt werden. Das System soll das aktuelle Ortungssystem der Polizisten nicht ersetzen, sondern ergänzen. Die Videos werden von VERA synchronisiert und die Positionen der Kameras werden ermittelt. Dabei handelt das System durch maschinelles Lernen.

Lokalisierung durch Audioaufnahme

Die Position des Schützen wird im Endeffekt durch die Verzögerung zwischen der Schockwelle, die ein überschallschnelles Geschoss hervorruft, und dem Mündungsknall berechnet. Wenn dies bei mindestens drei Kameras geschieht, lässt sich die Position ermitteln und laut Alexander Hauptmann, Professor für Sprachtechnologien, sogar der Waffentyp herleiten.

„Als wir mit der Entwicklung begannen waren wir skeptisch, ob der Mündungsknall von den Mikrofonen der Smartphones in ausreichender Qualität registriert würde. Doch die heutigen Mikrofone schaffen das spielend“, so Hauptmann. Es handelt sich um eine Open-Source-Software, die jeder benutzen und an seine Bedürfnisse anpassen kann. Hauptmann und sein Kollege Jay D. Aronson hoffen, dass andere Nutzer die Software mit neuen Features erweitern. (TT.com/mosc, pte)


Kommentieren


Schlagworte