Wintereinbruch in Osttirol: Schäden gehen in die Millionen

Rund eine Woche nach Ende der massiven Schneefälle in Osttirol, Kärnten und Salzburg wird langsam das ganze Ausmaß der Schäden deutlich. Nachdem die Tiroler Landesregierung diese unlängst mit rund zehn Millionen Euro in Osttirol bezifferte, haben nun auch die Versicherungen ihre ersten Schadensschätzungen vorgelegt.

Vor allem Osttirol, Kärnten, Südtirol und Salzburg waren von dem massiven Wintereinbruch betroffen.
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Lienz, Innsbruck – Nach dem unerwartet schneereichen Wintereinbruch vor zwei Wochen trudeln nun bei den Versicherungen die Schadensmeldungen ein. Und die geben einen Eindruck vom Ausmaß der Schäden, die durch Schnee und Hochwasser verursacht wurden. So rechnet die Uniqa in einer ersten Schätzung bei ihren Kunden österreichweit mit Schäden von rund fünf Millionen Euro, die Wiener Städtische mit zwei Millionen Euro. Die Kärntner Landesversicherung geht für Kärnten von versicherten Schäden bei allen Assekuranz-Unternehmen im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich aus, insgesamt rechne man für das Bundesland mit Schäden eher in dreistelliger Millionenhöhe, heißt es. Die Schäden könnten aber noch nicht final beurteilt werden, es seien noch nicht alle Schadensmeldungen eingegangen.

In Osttirol sind vor allem Schäden an Wäldern und Infrastruktur entstanden, hier hatte das Land bereits vergangene Woche eine Schadenssumme in der Höhe von rund zehn Millionen Euro genannt. Die Schäden im Privatbereich seien überschaubar und vor allem durch Verschmutzungen und kaum durch Gebäudeschäden entstanden, sagt der Vorstandschef der Tiroler Versicherung, Walter Schieferer. Insgesamt seien es für die Tiroler Versicherung in Osttirol aktuell rund 20 Fälle mit einer versicherten Schadenssumme von unter 100.000 Euro.

Nicht nur in Kärnten, auch in Osttirol standen die Feuerwehren im Großeinsatz, um überflutete Keller auszupumpen.
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Wie außergewöhnlich der Wintereinbruch war, verdeutlichen auch jene Wetterstatistiken, die gestern die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik veröffentlicht hat. So brachte in Osttirol, Oberkärnten und in den südlichen Regionen von Salzburg und Nordtirol der Herbst 2019 zwei- bis dreimal so viel Schnee wie im Mittel, wofür vor allem der November verantwortlich war. Die Neuschneesumme (Summe der täglichen Neuschneemengen) in Lienz lag bei 66 Zentimetern, in einem durchschnittlichen Herbst sind es hier 19 Zentimeter. Die enormen Regen- und Schneemengen im November in Teilen von Süd- und Westösterreich sind auch der Grund für die insgesamt sehr feuchte Herbstbilanz. Im Südosten Österreichs wurde der feuchteste Herbst seit dem Jahr 1903 mit 70 Prozent mehr Niederschlag als im Mittel verzeichnet. (APA, TT, np)

Die Schnee- und Regenfälle haben die Menschen in Osttirol und Kärnten in Atem gehalten.
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