Die Nerven im Terfener Ortsteil Roan liegen blank

Gleich zwei Baustellen sorgen in der Terfener Wohnsiedlung für Aufregung. Verkehr, Lärm und Schmutz halten die Anrainer auf Trab.

Die Ausführungsarbeiten auf der Baustelle der UBM sorgen bei den Anrainern für Verärgerung.
© Fankhauser

Von Eva-Maria Fankhauser

Terfens –Es war für die Terfener im Wohngebiet Roan in den letzten Monaten einfach viel. Gleich zwei Baustellen sorgen immer wieder für Probleme: ein Wohnbau mit 20 Einheiten und die Sanierung der Unterführung der ÖBB-Bahnstrecke. Verkehr, Schmutz, Lärm und vieles mehr bringen seither die Anrainer zur Verzweiflung.

Mehrmals pro Woche verirren sich Busse oder Lkw in die kleine Wohnsiedlung im Ortsteil Roan. Die Unterführung zum Bahnhof Terfens-Weer ist gesperrt und das Sackgassen- und Umleitungsschild übersehen wohl viele. Umkehren ist dort kaum möglich. „Lkw samt Anhänger müssen zurücksetzen. Wenn dann noch ein Bus angefahren kommt, wird’s chaotisch“, schildert ein Anrainer. Radfahrer und Fußgänger missachten teilweise die Sperre und „gehen dann über die Gleise, was extrem gefährlich ist“. Ein anderer meint: „Immerhin halten die ÖBB die Baustelle sauber. Im Gegensatz zum Wohnbau.“ Bei einem Lokalaugenschein liegen am Straßenrand gegenüber leere Bierdosen und Müll sowie Styroporteile an der Bahnböschung. Auch Fotos der Anrainer zeigen verdreckte Straßen und eine verunreinigte Umgebung. Ärgerlich sei, dass sich bei der Baustelle niemand zuständig fühle, wenn es Probleme mit Lärm, nicht eingehaltenen Bauzeiten oder Schmutz gebe. „Das kümmert niemanden.“ Das Fass zum Überlaufen brachte für einen der Nachbarn aber, als Lkw ständig seinen Grund zum Umdrehen nutzten und dann auch noch der Kanal bei Bauarbeiten angebohrt wurde. „Wir waren 18 Tage lang ohne Kanal. Und das kurz vor Weihnachten. Ich musste ihn selber auspumpen“, schildert der Betroffene Michael Gäck.

Zudem verirren sich aufgrund der Baustelle der ÖBB immer wieder Busse und Laster in die schmale Sackgasse.
© Privat

Der Kanal wurde erneuert und es habe von der Baufirma UBM eine Entschädigung gegeben, doch der Anrainer hat die Nase voll. „Für mich sind seit Baubeginn rund 30.000 Euro Kosten entstanden“, sagt er. Er spricht u. a. von Rechtsanwalts-, Gutachter- bis Reinigungskosten. „Laut Messungen weist mein Haus eine Setzung von sechs Millimetern und viele Risse auf“, sagt er.

„Das stimmt alles nicht. Es ist niemandem ein Schaden entstanden. Wir haben alles auf unsere Kosten wieder gemacht – wie den Kanal“, entgegnet Bauherr Stefan Leipelt (UBM). Er habe von Anfang an als Ansprechpartner fungiert und sei auf alle Wünsche eingegangen. „Hier geht es um leistbaren Wohnraum, aber wir werden von den Nachbarn nur torpediert“, sagt er. Zudem fahre einmal pro Woche die Kehrmaschine. Beim Treffen der TT mit Leipelt ist es rund um die Baustelle blitzeblank. Ein Arbeiter kehrt während des Interviews sogar die Straße. Von der Haussenkung weiß Leipelt nichts, die Risse werden saniert. „Und den Kanal haben wir umgehend, innerhalb weniger Tage, repariert“, sagt er. Man sei stets bemüht, aber bei so viel Gegenwehr sei das Verständnis enden wollend.

Die ÖBB hören auf TT-Anfrage erstmals von Schwierigkeiten. Laut Pressesprecher Christoph Gasser-Mair wolle man sich nächste Woche Sperre, Umleitung und Beschilderung ansehen und wenn nötig nachschärfen. An die Fußgänger und Radfahrer wolle er appellieren, die Gleise keinesfalls zu betreten, „das ist lebensgefährlich und aus gutem Grund verboten“.


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