Mindestens 14 Tote bei Kämpfen im Norden von Mexiko

Ein Drogenkartell fällt in einen kleinen Ort nahe der US-Grenze ein und liefert sich eine stundenlange Schießerei mit der Polizei. Ein Jahr nach Amtsantritt von Präsident López Obrador zeigt sich, dass der Regierung die Kontrolle über Teile des Landes entglitten ist.

(Archivbild).
© AP

Villa Unión – Bei einer Schießerei zwischen mutmaßlichen Mitgliedern eines Drogenkartells und Sicherheitskräften im Norden Mexikos sind mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Eine bewaffnete Gruppe gab gegen Samstagmittag (Ortszeit) in der Kleinstadt Villa Unión nahe der US-Grenze Schüsse auf örtliche Verwaltungsgebäude ab, wie der Gouverneur des Bundesstaats Coahuila, Miguel Riquelme Solís, mitteilte.

Unter den Toten seien vier Polizisten und zehn mutmaßliche Angreifer, hieß es. Sechs Polizisten seien bei dem Vorfall verletzt worden. Mindestens zwei weitere Menschen gelten als vermisst. Aufnahmen zeigten mit Schusslöchern übersäte Gebäude, darunter auch das Rathaus der Stadt, und Fahrzeuge.

36.000 Morde im vergangenen Jahr

Mexiko hat seit Jahren ein massives Problem mit Gewaltkriminalität. Im vergangenen Jahr wurden in dem 130-Millionen-Einwohner-Land mehr als 36.000 Morde registriert – also fast 100 pro Tag. Die Gewalt geht zu einem großen Teil auf das Konto von Banden, die in Drogenhandel, Entführungen und Erpressungen verwickelt sind. Die meisten Verbrechen in Mexiko werden nie geahndet.

Erst Anfang November hatten mutmaßliche Angehörige eines Drogenkartells auf einer Landstraße im Norden Mexikos eine mormonische Großfamilie US-amerikanischer Herkunft angegriffen. Sie erschossen sechs Kinder im Alter zwischen acht Monaten und elf Jahren sowie drei Frauen. Weitere Kinder wurden verletzt.

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Trump will Drogenkartelle als Terrororganisationen einstufen lassen

US-Präsident Donald Trump will die mexikanischen Drogenkartelle offenbar als ausländische Terrororganisationen einstufen lassen. Die Einstufung als global agierende Terrororganisation, die bislang beispielsweise dschihadistische Gruppen wie Al-Kaida oder den Islamischen Staat (IS) betrifft, könnte der US-Regierung zusätzliche Möglichkeiten bei der Bekämpfung der Gruppen eröffnen. In der kommenden Woche wird US-Justizminister William Barr zu Gesprächen über die Angelegenheit in Mexiko erwartet.

Vor genau einem Jahr hatte Mexikos linker Präsident Andrés Manuel López Obrador die Regierungsgeschäfte übernommen. Er versprach „Abrazos, no balazos“ (Umarmungen, keine Schüsse) und wollte mit Sozialmaßnahmen und Präventionsprogrammen die Kriminalität eindämmen. Tatsächlich dreht sich die Gewaltspirale aber immer weiter, über Teile des Landes hat die Regierung mittlerweile die Kontrolle verloren. (dpa)


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