Vergewaltigung – Freispruch im Zweifel

Flüchtlingshilfe kann auch Helfer in die Bredouille bringen. So kann der, der hilft, Grenzen zu überwinden, selbst Grenzen der Rechtsstaatli...

Ein Flüchtling hatte seinen Helfer angezeigt.
© thomas boehm

Flüchtlingshilfe kann auch Helfer in die Bredouille bringen. So kann der, der hilft, Grenzen zu überwinden, selbst Grenzen der Rechtsstaatlichkeit überschreiten. Für einen am Landesgericht angeklagten 26-Jährigen war gestern der Vorwurf des Menschenhandels aber das kleinste Problem. Wurde dem introvertierten Mann doch auch Vergewaltigung eines Flüchtlings aus Gambia vorgeworfen. Über Facebook hatte der 26-Jährige den Gambier kennen gelernt und ihn erst von Bologna nach Baden bei Wien und dann weiter ins Tiroler Unterland gebracht. Als das Ziel, dem Asylwerber in Österreich einen Aufenthalt zu verschaffen, letztlich fehlgeschlagen war, sollte es für den Afrikaner wieder zurück nach Bologna gehen. Für die Fahrkarte und die angebotenen 50 Euro Taschengeld erntete der Vater des 26-Jährigen Geschrei, sein Sohn aber eine Anzeige wegen sexueller Übergriffe in der Privatwohnung des 26-Jährigen. Schon allein wegen einer schweren Handverletzung des Helfers war dies jedoch nicht stimmig. Ein Freispruch im Zweifel folgte.

Eine Diversion zu Veruntreuung erging gestern über einen bislang unbescholtenen Autoverkäufer. 23.500 Euro hatte er lieber in die Tasche als in die Kasse fließen lassen. Reuig und geständig muss er nun binnen eines halben Jahres alles zurückzahlen. (fell)


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