Hinten musst du einen Autobus parken, vorne brauchst du viel Glück

Die WSG Swarovski Tirol würde gerne das Admira-Remis gegen Salzburg kopieren. Trainer Silberberger ist überzeugt: „Wir gehen hundertprozentig nicht mit der roten Laterne in die Pause.“

Mit vereinten Kräften wehrte die Admira Angriff um Angriff der Bullen ab und erkämpfte sich ein 1:1.
© gepa

Von Alex Gruber

Innsbruck — Mit der Frage, wie man einen sensationellen Punktegewinn gegen die Champions-League-Starter aus Salzburg vor deren Gruppen-Endspiel gegen Liverpool (10.12.) ergattert, muss sich diese Woche die WSG Swarovski Tirol auseinandersetzen. Tabellennachbar Admira exerzierte die mehr als nur schwere „Übung" mit einem 1:1-Remis am Sonntag vor und zeigte dabei mit 28 Prozent Ballbesitz und bei 1:8-Schüssen, wie man aus weniger mehr macht.

„Wenn man nicht trifft, ist man selber schuld. Es ist natürlich ärgerlich, wenn man trotz großen Qualitätsunterschieds zweimal (zuvor 2:2 gegen St. Pölten, Anm.) mit nur einem Punkt das Feld verlässt", führte Salzburgs Sportchef Christoph Freund aus. Ex-Wacker-und jetziger Admira-Coach Klaus Schmidt wollte sich trotzdem nicht lange feiern lassen: „Dazu haben wir nach wie vor keinen Grund. Wir sind nur wegen des besseren Torverhältnisses Vorletzter", diktierte er.

Im Wissen, dass es gegen die Bullen aus eigener Sicht mit Fünferkette eine „grausige" Taktik und Spielanlage braucht: „Man muss auch viel Glück haben und in Führung gehen, weil ein Tor schießen sie immer", notiert Schmidt. Mit Blick auf die zwei noch ausstehenden Runden in diesem Kalenderjahr sei eines klar: „Wir wollen nicht mit der roten Laterne in die Pause gehen. Denn man schaut im Winter zu lange drauf."

Silberberger: „Du brauchst eine Fettn"

Die mit vier Niederlagen in Serie zuletzt arg gebeutelten „Schäfchen" der WSG-Herde hatte gestern trainingsfrei. Und natürlich hat Coach Thommy Silberberger einen Blick auf das Remis der Admira gegen Salzburg geworfen: „Sie haben es gut gemacht." Auf Tirolerisch ergänzte er: „Du brauchst eine Fettn."

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Die These lautet: „Hinten musst du einen Autobus parken und vorne brauchst du viel Glück." Denn der Weg zum Salzburger Kasten wird bei frühen Ballverlusten oft weit. Mit Blick auf die hinten so enge Bundesliga-Tabelle und trotz des Negativlaufs ist Silberberger dennoch überzeugt: „Wir gehen hundertprozentig nicht mit der roten Laterne in die Pause."

Dafür ist womöglich ein Heimsieg gegen Mattersburg möglich. Die Burgenländer zieren derzeit mit den beiden Tiroler Stammspielern Andreas Kuen und Michael Lercher das Tabellenende, gegen St. Pölten stand beim torlosen Remis am Wochenende endlich wieder die Null: „Das war die Vorgabe des Trainers. Und jetzt wollen wir noch zwei Siege gegen direkte Konkurrenten landen", meldete sich Linksverteidiger Lercher mit Blick auf das Restprogramm aus dem Burgenland zur Wort. Tirols Altach-Export Christian Gebauer atmete indes nach dem 2:1-Sieg über den WAC auf: „Für die Moral und den Kopf war das extrem wichtig."

In der Vorsaison blieb nach 18 Runden und über den Jahreswechsel die rote Laterne bei der Admira (11 Punkte) hängen. Der FC Wacker Innsbruck (17) hatte da noch sechs Zähler Vorsprung. Mit der Punktehalbierung wird auch 2020 nach 22 Runden noch mehr Öl ins Feuer gegossen.


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