Zweitwohnsitze: Kitzbühel soll Vorreiterrolle einnehmen

Tourismusprofi Andreas Braun sieht Zweitwohnsitze in Kitzbühel kritisch, aber auch als große Chance. Hier sollte Kitzbühel neue Wege gehen.

Andreas Braun sparte bei seinem Referat nicht mit Kritik.
© Angerer Harald

Von Harald Angerer

Kitzbühel –Keine leichte Kost bekamen die Zuhörer beim „Tourismus-Hoangascht“ gestern in Kitzbühel vorgesetzt. Im Rahmen der Vortragsreihe des Kitzbühel Tourismus hielt Tourismusprofi und -pionier Andreas Braun ein Impulsreferat. Dabei widmete sich Braun nicht nur dem Tourismus selbst, sondern auch den derzeit vieldiskutierten Freizeitwohnsitzen.

Diese sieht er kritisch, aber er sieht in ihnen auch eine Chance, im Speziellen für Kitzbühel. Für ihn geht die neue Abgabe des Landes für gemeldete Freizeitwohnsitze nicht weit genug. Ein Höchstsatz bei 2500 Euro pro Jahr pro gemeldetem Freizeitwohnsitz sei viel zu wenig. „Kitzbühel sollte 100.000 Euro verlangen, das wäre eine Schlagzeile“, schlug Braun vor. Er wünsche sich aber auch einen Dialog mit den Zweitwohnsitzlern. Er könnte sich einen Kongress vorstellen, der die Lösung des Problems ausarbeiten soll.

Von Seiten der Politik habe man viel zu lange gewartet. „Bis dato hat man gehofft, dass sich das Problem von selbst löst“, diagnostizierte Braun. Es gelte auch zu hinterfragen, welche Perspektive derzeit ein Kitzbüheler Jugendlicher für die Zukunft hat, „der nicht eine Hotelierstochter heiratet“. Die Bedeutung der Freizeitwohnsitze sei hoch, so würden diese 700 bis 800 Millionen Euro Wertschöpfung bringen. Es gelte also wirkliche Lösungen zu finden und nicht „Pseudopolitik zu betreiben“, wie es Braun bezeichnet.

Auch im Tourismus würde er sich mehr Innovation wünschen. „Kitzbühel sollte ab und zu die ausgetretenen Pfade verlassen“, ist Braun überzeugt.

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