Cup macht‘s möglich: FC Wacker lässt die Austria Richtung Türkei stehen

Der Aufstieg ins ÖFB-Cup-Viertelfinale schoss den FC Wacker ins Trainingslager in die Türkei. Vorerst wartet ein Heimprogramm. Der Kader soll zusammengehalten werden.

Schwitzen im Jänner 2020 in der Wintervorbereitung wieder unter der türkischen Sonne – die beiden Wacker-Jungprofis Atsushi Zaizen (l.) und Karim Conte.
© gepa

Von Alex Gruber

Innsbruck – Mit Einzelgesprächen und Testungen schließt Zweitligist FC Wacker Innsbruck die Herbstsaison in dieser Woche ab. „Keiner hat bislang von sich aus den Wunsch geäußert, den Club zu verlassen. Wir möchten mit diesem Kader durch die ganze Saison gehen“, hält Cheftrainer Thommy Grumser fest, ehe er seinen jungen Mannen über den Jahreswechsel ein Heimprogramm mit auf die Reise gibt.

Am 7. Jänner starten die Schwarz-Grünen dann in der Wintervorbereitung durch, für 23. bis 30. Jänner ist ein Trainingslager in Side (TUR) fixiert. „Das hat unser Cup-Aufstieg möglich gemacht“, betont Grumser, der in der Liga Platz sechs mit 23 Punkten im Schulnotensystem nach wie vor als „Zweier“ betrachtet: „Aufgrund der Leistungen wäre mehr möglich gewesen. Wir müssen uns bei Standards und in Sachen Präsenz im Strafraum verbessern. Aber nur weil wir jetzt nicht mehr Wacker II, sondern ‚I‘ heißen, sollen sich die Erwartungen nicht ändern“, lässt der Wacker-Coach ausrichten.

Dass über dem FCW sogar die Existenzfrage in Sachen Profibetrieb schwebt, sei seinem jungen Team nicht entgangen, „aber wir versuchen es von der Mannschaft so gut es geht wegzuhalten“. Und außerdem: „Jeder kann für sich einen Schritt machen.“

An einer finanziellen Lösung (Investoren) wird gebastelt, Grumser sieht am grünen Rasen das Fundament nach dem bitteren Bundesliga-Abstieg geschaffen: „Wir hoffen, dass es für den Club eine gute Lösung gibt. Wir haben mit dieser jungen Mannschaft eine Basis. Wenn man das Team Schritt für Schritt punktuell verstärkt, halte ich einiges für möglich.“ In Sachen Trainingslager ist es durchaus bizarr, dass der FC Wacker die Austria vorerst abgehängt hat ...

Violette Legende Polster fordert Rücktritt von Kraetschmer

Vorstand Markus Kraetschmer erlebt bei der Wiener Austria momentan nicht seine einfachste Zeit. Nach Kritik von den Fans schoss nun auch Austria-Legende Toni Polster in einem Video auf seinem Instagram-Account scharf gegen den 47-Jährigen: „Lieber Markus Kraetschmer, was du mit unserer Austria in den letzten fünf, sechs Jahren gemacht hast, das ist eine Frechheit.“

Der ÖFB-Rekordtorschütze reagierte auf die „unfassbare Meldung“, dass sich der Tabellensiebente der Fußball-Bundesliga keine Weihnachtsfeier und auch kein Trainingslager mehr leisten könne. Sport-Vorstand Peter Stöger hatte am Montagabend auf Sky verlautet, dass man die beiden Posten aufgrund der „ernsten und relativ engen“ monetären Situation aus dem Budget gestrichen habe.

„Wir haben keine Mannschaft, kein Geld, und nachweislich warst du bei jedem Transfer beteiligt, der schiefgegangen ist. Das waren in den letzten Jahren ungefähr, ich weiß nicht, 25 cirka“, sagte Polster in Richtung Kraetschmer. „Bitte Markus, wende weiteren Schaden von der Austria ab und zieh die Reißleine, oder Herr Hensel (Anm.: Präsident Frank Hensel), bitte greifen Sie ein, denn das ist einer Austria vollkommen unwürdig!“

Der Trainer des Regionalligisten Wiener Viktoria machte den „Veilchen“ zudem ein Angebot. „Ich biete gerne an, dass die Austria ein Trainingslager am Viktoria-Platz machen könnte und wir werden dafür sorgen, dass die Austria ein schönes Mittagessen bekommt“, so Polster. (APA)


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