Asfinag hat in Tirol 848 Millionen Euro bis 2024 verplant

Asfinag stellt heute in Gries am Brenner Neubau der Luegbrücke vor. Kritik an VP/Grün.

In Gries am Brenner lüftet die Asfinag die Pläne für den Neubau der 1,8 Kilometer langen Luegbrücke entlang der Brennerautobahn.
© Foto TT/Rudy De Moor

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck, Gries a. Br. –Landeshauptmann Günther Platter (VP) hatte eine „ergebnisoffene Diskussion“ eingefordert. Und scheint damit bei der Asfinag baden gegangen zu sein. Heute von 9.30 bis 13 Uhr stellt der Auto­bahnbetreiber im Kultursaal in Gries am Brenner den „Neubau der Luegbrücke“ auf der Brennerautobahn vor. Sogar Asfinag-Geschäftsführer Stefan Siegele soll sich TT-Informationen zufolge persönlich für Fragen und Auskünfte vor Ort einfinden. In dem zweiseitigen Postwurf der Asfinag zur Veranstaltung werden bereits die Vorzüge des Brückenneubaus aufgeführt. Alternativvarianten, wie beispielsweise der von den transitgeplagten Wipptaler Bürgermeistern stets geforderte Tunnel, dürften zwar zur Sprache kommen – für die Asfinag ist die Entscheidung aber schon gefallen. Der Brückenneubau sei die „Bestvariante“, die TT berichtete mehrmals. 200 Millionen Euro sollen von 2021 bis 2026 in das Gesamtprojekt fließen.

Letzteres geht auch aus einer aktuellen NEOS-Anfragebeantwortung durch Verkehrsminister Andreas Reichhardt hervor. Und noch mehr. So sind für den Ausbau und Erhalt des Autobahnen- und Schnellstraßennetzes in Tirol von 2019 bis 2024 rund 848 Millionen Euro verplant. Einschränkend fügt Reichhardt an, dass sich das Bauprogramm 2020–2025 „noch in der Einvernehmensherstellung mit dem Bundesministerium für Finanzen befindet“. In der Auflistung der kommenden Projekte wird die Luegbrücke als „Generalerneuerung“ geführt. Die von der Asfinag präferierte Brückenneubau-Variante scheint also auch bereits im Investitionsprogramm vorgegeben. Reichhardt führt weiters an, dass die Asfinag alljährlich im Jänner dem Amt der Tiroler Landesregierung, Blaulichtorganisationen und den Automobilclubs das Bauprogramm des laufenden Jahres präsentiere. Weiters finde aber auch „ein grober Ausblick auf die Folgejahre statt“. NEOS-Mandatar Andreas Leitgeb schlussfolgert, dass die Landesregierung über die Lueg-Variante Brückenneubau „informiert gewesen sein muss“. Umso mehr wundere ihn die „Empörung“ Platters und LHStv. Ingrid Felipes (Grüne) über die Variantenfestlegung. Aus dem Landhaus hieß es dazu gestern, dass die Diskussion zur Luegbrücke für das Land bisher „nicht endgültig beantwortet“ gewesen und „die Anliegen der Anrainer bzw. die zunehmende Belastung durch den Transitverkehr von der Asfinag nicht zur Genüge bewertet“ worden seien.

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