Hochhaus eingestürzt: Großeinsatz der Rettungskräfte in Nairobi

Zahlreiche Menschen werden unter den Trümmern des sechsstöckigen Hauses in der kenianischen Hauptstadt vermutet. Aufnahmen zeigten, wie Anrainer Verletzte vom Unglücksort wegtrugen.

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Nairobi – In Kenias Hauptstadt Nairobi ist am Freitag in der Früh ein sechsstöckiges Wohnhaus eingestürzt. Mindestens drei Menschen kamen ums Leben, wie der Sprecher des Rettungsdienstes St. John Ambulance Kenya am Freitag sagte. Der Einsatz sei jedoch noch in Gange. Die Helfer fürchteten, dass viele Menschen in den Trümmern des Hauses im östlichen Randstadtteil Embakasi eingeschlossen wurden.

Mehrere Menschen seien verletzt worden, teilte ein Sprecher des Roten Kreuzes Kenia mit. Die Hilfsorganisation sprach von elf Menschen, die aus den Trümmern gerettet und in Krankenhäuser gebracht worden seien. Fernseh- und Amateuraufnahmen zeigten, wie Anrainer Verletzte vom Unglücksort in dem ärmlichen Viertel Tassia Estate wegtrugen.

Unglück rief Empörung hervor

Erst im September war in Nairobi ein Klassenzimmer bei laufendem Unterricht zusammengekracht. Acht Schüler starben, 57 wurden verletzt. Der Vorfall löste eine Debatte um nachlässig errichtete Bauten in den ärmeren Randgebieten der Millionenstadt aus.

Auch das Unglück am Freitag rief umgehend Empörung hervor. Der in Kenia bekannte Blogger und Aktivist Robert Alai sah in den mangelhaften Konstruktionen in Nairobi das Ergebnis von „Straflosigkeit unter Grundbesitzern“ – diese seien politisch gut vernetzt, setzten sich über Bauvorschriften hinweg und ließen minderwertige Gebäude errichten, sagte er. Laut Alai hätten Bewohner des eingestürzten Hauses schon vor einigen Monaten Bedenken zur Stabilität geäußert, als das Gebäude Risse bekommen habe. Die Behörden hätten aber nicht reagiert. (APA/dpa)


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