Die gute Geschichte: Wohlfühloase für Senioren

Die Jakobistube in Innsbruck ist Treffpunkt für ältere Menschen. Die 1972 ins Leben gerufene Initiative soll den Alltag der Besucher etwas bunter machen.

Michael Rittinger (l.) und Günter Herbst organisieren das „Wohlfühlprogramm“ für die Senioren.
© Caritas Tirol

Innsbruck –Hilde Sandner hat vor 46 Jahren im November 1972 in Innsbruck die Jakobistube der Dompfarre St. Jakob eröffnet, die sie bis zehn Tage vor ihrem Tod ehrenamtlich an fünf Tagen die Woche geführt hat. St. Jakob war damals die erste Seniorenstube auf Pfarrbasis in der Landeshauptstadt.

Als Hilde Sandner verstarb und das Angebot, das für viele Pensionisten Abwechslung in den sonst so einsamen Alltag brachte, auf der Kippe stand, traten im Juli 2018 Günter Herbst und Michael Rittinger in die großen Fußstapfen der engagierten Ehrenamtlichen. Beide hatten bereits vorher Berührungspunkte mit der Stube. Günter Herbst hat seit 1976 Frau A. betreut, die regelmäßig die Einrichtung besucht hat, und dabei gemerkt, wie wichtig das Angebot für viele Menschen ist, da gerade die Einsamkeit in der Stadt ein großes Thema ist. Obwohl er selbst an einer Herzerkrankung gelitten hat, hat er jeden Tag für Frau A. Holz vorbereitet, eingekauft, Arzttermine wahrgenommen und sie beim Ausfüllen von Ansuchen unterstützt.

Michael Rittinger lernte die Stube als Pfarrgemeinderat der Dompfarre St. Jakob kennen. „In einer Runde wurde noch ein vierter Mann zum Watten gesucht und dann bin ich hingegangen.“ Nach dem Ausscheiden aus dem Pfarrgemeinderat habe er sich weiterhin engagieren wollen und nach dem Tod von Frau Sandner gemeinsam mit Günter Herbst, den er zuvor dort kennen gelernt hatte, die Einrichtung übernommen. „Hilde hat das Angebot ins Leben gerufen und wir wollten es in ihrem Sinne weiterführen, weil wir gesehen haben, was das Angebot für die Menschen bedeutet“, so die beiden unisono.

Seither öffnen die beiden die Stube jeden Montag, Dienstag und Donnerstag von 13.30 Uhr bis 18 Uhr. Es werden Geburtstage und Feste wie Ostern oder Weihnachten gefeiert, gemeinsam gejausnet, Karten gespielt, Handarbeiten durchgeführt und Wallfahrtsausflüge unternommen. Aus allen Stadtteilen kommen Pensionistinnen und Pensionisten. „Hier treffe ich Bekannte, es wird gespielt und Gemeinschaft gelebt“, freut sich beispielsweise Frau W. auf den wöchentlichen Besuch in der Stube.

In der Weihnachtszeit backt Günter für die Besucher noch Weihnachtskekse als persönliches Geschenk. Für ihn selbst ist es kein großer Aufwand: „Wenn jemand schätzt, was man macht, tut man es gern.“ Auch Michael sieht es ähnlich: „Man sieht, dass es fruchtbar ist – es kommt sehr viel zurück. Dabei geht es uns bei der ehrenamtlichen Seniorenbetreuung nicht um die Anzahl der betreuten Personen, sondern darum, dass sich die Leute wohlfühlen und aus ihrem Alltag gerissen werden.“

Interessierte können sich telefonisch unter 0512/585047 zu den Öffnungszeiten melden und in die Seniorenstube kommen. (TT)


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