Sieg für Odermatt - Mayer 3. im Beaver-Creek-Super-G

Megatalent Marco Odermatt hat den ersten Weltcupsieg eingefahren. Der 22-jährige Schweizer gewann am Freitag den Super-G der alpinen Ski-Herren in Beaver Creek mit 0,10 Sekunden Vorsprung auf den Norweger Aleksander Aamodt Kilde und 0,14 auf den Kärntner Lake-Louise-Triumphator und Olympiasieger Matthias Mayer.

Odermatt hatte 2018 in Davos in den fünf Einzelrennen vier Goldmedaillen gewonnen, mit der Schweiz setzte er sich zudem im Teambewerb durch. Er wird daher seit längerem hoch gehandelt - wegen seiner Allrounder-Qualitäten auch als künftiger möglicher Gesamtweltcupsieger. „Das klingt so unreal für mich. Klar kommt man mit so einem Rennen dem einen Schritt näher, aber es fehlt noch an Konstanz. Ich muss Rennen für Rennen nehmen“, sagte Odermatt im ORF-TV-Interview und winkte gleich mal die große Erwartungshaltung von sich weg.

Er zeigte auf der „Birds of Prey“ bei weitem keine fehlerfreie Fahrt. „Ich bin mit Nummer zwei voll am Limit gefahren, es wäre definitiv nicht mehr gegangen.“ Mit dieser niedrigen Nummer ist man im Super-G immer noch ein Testpilot. „Ich hatte keine Infos, aber eine Linie im Kopf. Die musst du durchziehen.“ Den Ausfall von Adrien Theaux, der das Rennen eröffnete, habe er nicht mitbekommen.

Mayer hatte seinen Dienstag-Crash im Riesentorlauf-Training gut weggesteckt, die zugezogenen Muskelverletzung am Übergang von der Hüfte zum Oberschenkel merkte er im Rennen nicht. „In der Hüfte ist noch ein leichtes Ziehen da, aber während des Fahrens bin ich so im Fokus, da kann ich das relativ gut ausblenden“, erklärte der Kärntner, der Führender im Gesamtweltcup und der Disziplinwertung blieb.

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Dass die Fahrt von Odermatt zum Sieg reichte, hätte er sich nicht gedacht: „Ich habe mir die ersten fünf Fahrer im Athletenzelt angeschaut, Odermatt hat voll angegriffen. Aber mit dem Fehler hätte ich nicht gedacht, dass das für ganz vorne reicht.“ Nach den am Vortag gefallenen paar Zentimetern Schnee präsentierte sich die Piste nicht mehr durchgehend so kompakt wie noch im Abfahrtstraining am Mittwoch, wo Mayer Dritter war.

„Großes Kompliment nach dem Sturz“, sagte Speedtrainer Sepp Brunner. Die anderen indes seien viel zu brav gefahren. Der als zweitbester Österreicher im Super-G siebentplatzierte Vincent Kriechmayr war daher auch „ziemlich angefressen wegen meiner Leistung“. Er sei viel zu passiv gewesen, die Linie viel zu rund. „Da muss ich morgen vieles besser machen.“ Samstag steht die Abfahrt auf dem Programm, Sonntag der Riesentorlauf.

Hannes Reichelt wurde Neunter. Max Franz landete im geschlagen Feld. Der Kärntner hatte sich vergangenen Samstag in der Abfahrt von Lake Louise im Kreuz verrissen, war nicht voll fit. „Ich habe oben nicht reingefunden, da bleibt einiges an Zeit liegen. Der Tag ist zum Abhakeln, schade, aber ist so.“

Der Franzose Alexis Pinturault zeigte als Vierter auf, Kugelverteidiger Dominik Paris aus Südtirol indes wurde nur 13.


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