Causa Russland: WADA-Bann betrifft im Fußball „nur“ die WM 2022

Da die UEFA den WADA-Code gar nicht unterschrieben hat, hat der Doping-Bann Russlands auf die EURO 2020 im kommenden Jahr keine Auswirkungen. Anders sieht das bei der WM zwei Jahre später in Katar aus.

Im Kampf um den EM-Pokal müssen Teamchef Stani Tschertschessow und Russland keine Einschränkungen befürchten.
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Lausanne – Die EM-Spiele in St. Petersburg stehen nicht zur Debatte, aber bei der Fußball-WM in Katar wäre die russische Fahne nicht zu sehen. Der Strafenkatalog der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) gegen Russland hat auf den Fußball unterschiedliche Auswirkungen. Die EM 2020 ist von der vierjährigen Sperre nicht betroffen, da es sich laut WADA um „ein regionales/kontinentales Sportereignis“ handelt.

Dies trifft demnach auch auf das Champions-League-Finale 2021 in St. Petersburg zu. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat zudem den WADA-Code gar nicht unterschrieben. Damit kann die russische Nationalmannschaft ohne Einschränkungen an der EM teilnehmen.

Anders verhält es sich im Weltfußball. Die FIFA hat sich noch nicht explizit zum weiteren Vorgehen in der Causa Russland geäußert, die genauen Konsequenzen sind demnach unklar. Da sich der Weltverband allerdings dem WADA-Code unterworfen hat, muss er dem Urteil vom Montag Rechnung tragen. Gemäß der WADA-Entscheidung dürfte bei der WM 2022 in Katar nur ein russisches Team unter neutraler Flagge teilnehmen, wenn sich die Mannschaft qualifiziert.

Antreten unter neutraler Flagge?

Das Szenario wäre dann vergleichbar mit der Mannschaft russischer Eishockey-Spieler, die bei Olympia in Pyeongchang unter neutraler Fahne Gold gewonnen hatte. Die WADA hat Russland am Montag wegen der Manipulierung der Dopingdaten aus dem Moskauer Labor für vier Jahre gesperrt.

Demnach wird die russische Anti-Doping-Agentur (RUSADA) bis 2023 gesperrt. Athleten des Landes dürfen in diesem Zeitraum nicht unter der russischen Fahne, sondern nur als neutrale Sportler starten, wenn sie nicht in den Staatsdoping-Skandal verwickelt gewesen sind. Dies gilt für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2020 und 2022, die Olympischen Jugendspiele und Weltmeisterschaften von Sportarten, die den WADA-Code unterschrieben haben, sowie für sogenannte „Major Sport-Events“. (APA)


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