Frankreichs Pensionsreform soll für Berufseinsteiger gelten

Die umstrittene Pensionsreform in Frankreich soll einem Medienbericht zufolge erst für diejenigen voll gelten, die 2022 ins Arbeitsleben starten. Wer vor 1975 geboren sei, solle gar nicht betroffen sein, berichtete der französische Fernsehsender BFM am Mittwoch. Für diejenigen, die im Jahr 1975 geboren seien, sollten die neuen Regeln nur teilweise und von 2037 an zum Tragen kommen.

Ministerpräsident Edouard Philippe will im Laufe des Tages die Pläne für die Pensionsreform im Detail vorstellen. Seit Tagen protestieren zahlreiche Menschen gegen das Vorhaben. Der sechste Streiktag hatte am Dienstag das öffentliche Leben in Frankreich weitgehend lahmgelegt. Die Gewerkschaften hatten Bahnmitarbeiter, Ärzte, Lehrer und andere Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes dazu aufgerufen, Präsident Emmanuel Macron und seiner Regierung vor der Bekanntgabe der Details der Pensionsreform die Stirn zu bieten.

Macron will das veraltete Pensionssystem vereinfachen, das mehr als 40 verschiedene Pensionskassen umfasst. Dabei variieren Pensionsantrittsalter und Pensionsleistungen. So können beispielsweise Bahnangestellte wesentlich früher in Pension gehen als andere Beschäftigte. Das gesetzliche Pensionsantrittsalter liegt derzeit bei 62 Jahren. Macron hält das System für unfair und zu teuer. Er will auf Pensionspunkte umstellen, die für alle Franzosen gleichermaßen gelten sollen.

Unterdessen kommt es wegen der Streiks gegen die geplante Pensionsreform wieder zu massiven Verkehrsbehinderungen. Die staatliche Bahngesellschaft SNCF teilte am Mittwoch mit, dass Züge nur sehr eingeschränkt fahren und forderte Fahrgäste auf, ihre Reisen zu verschieben. Auch in der Hauptstadt wurde der öffentliche Nahverkehr wieder bestreikt, im Großraum Paris stauten sich die Autos auf einer Länge von mehr als 400 Kilometern, wie der Radionachrichtensender Franceinfo berichtete. Die Proteste dauern bereits seit vergangenem Donnerstag an.


Kommentieren