Projekt „Pet Buddy“ schult Kinderaugen für Bedürfnisse der Tiere

Bei Besuchen im Alpenzoo und im Tierheim lernen Volksschulkinder praxisnah den richtigen Umgang mit Nutz- und Haustieren.

Tiere sind kein Spielzeug. Darauf machen LHStv. Josef Geisler, Tierheim-GF Kristin Müller, Christoph Lauscher vom Tierschutzverein für Tirol, Lea Mirwald vom Verein „Tierschutz macht Schule“ sowie Alpenzoodirektor André Stadler (v. r.) aufmerksam.
© Land Tirol/Entstrasser

Von Denise Daum

Innsbruck –Wie begegne ich einem Hund auf der Straße? Wie viele Katzenklos müssen in einer Wohnung für ein Kätzchen vorhanden sein? Welche Aufgaben erfüllt eigentlich ein Tierheim? Diesen und vielen weiteren Fragen gehen Volksschulkinder bei dem Projekt „Pet Buddy“ nach. Und das passiert nicht im Klassenzimmer, sondern im Rahmen zweier Schulausflüge in den Innsbrucker Alpenzoo und das Tierheim Mentlberg. Das Programm des Vereins „Tierschutz macht Schule“ wird heuer bereits zum dritten Mal durchgeführt und richtet sich an Kinder der 3. und 4. Volksschulklasse.

Organisatorin Lea Mirwald erklärt, dass im Zentrum des Projekts der Respekt vor den Tieren stehe. Durch den direkten Kontakt sollen die Kinder lernen, die Bedürfnisse der Vierbeiner wahrzunehmen und darauf Rücksicht zu nehmen. „Wir möchten den Kindern einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit den Tieren beibringen“, sagt Mirwald. Im Zentrum stehen dabei beliebte Haustiere wie Hunde und Katzen, aber auch Nutztiere wie Hühner, Schweine und Ziegen. Das aktive Erleben sei dabei ein wichtiger Erfolgsfaktor für den Tierschutz, erklärt Mirwald.

Alpenzoodirektor André Stadler ist von „Pet Buddy“ – was übersetzt so viel heißt wie „Kumpel der (Haus-)Tiere – jedenfalls angetan. „Wir leben in einer Zeit, in der wir uns immer mehr von der Natur und den Tieren entfremden. Dem wirkt dieses Projekt auf eine besonders essenzielle Art und Weise entgegen. Die Vormittage im Alpenzoo und im Tierheim sind absolut wertvoll“, betont Stadler.

Unterstützt wird das Projekt vom Land Tirol. Der zuständige Landesrat LHStv. Josef Geisler weist darauf hin, dass Tiere kein Spielzeug sind: „Deren Haltung bringt eine enorme Verantwortung mit sich. Es ist besonders wichtig, die Entscheidung für ein Tier gut vorzubereiten und sich im Vorfeld zu informieren“, sagt Geisler. Gerade zu Weihnachten würden vielfach kurzfristig Tiere angeschafft, um als Geschenke unter dem Christbaum zu landen. „Nach Weihnachten kommt dann das ein oder andere Tier im Heim an“, bedauert Geisler.

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Dem kann Christoph Lauscher, Obmann des Tierschutzvereins für Tirol, nur zustimmen: „Tiere sind keine spontanen Geschenke. Wir haben deshalb auch rund um Weihnachten im Tierheim keine Tierabgabe.“

Bislang haben Volksschulen aus Innsbruck und Umgebung an dem Projekt „Pet Buddy“ teilgenommen. Heuer sind es in sieben Kursen knapp 140 Kinder, die erreicht werden konnten. Kommendes Jahr soll das Projekt auf das Tierheim Wörgl ausgeweitet werden.


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