Serbiens Präsident zu Handke-Nobelpreis: „Ein weiterer unserer Nobelpreisträger“

Er erlebe Peter Handkes Nobelpreis, „als ob ihn einer von uns erhalten hätte“ und erwarte einen baldigen Besuch Handkes in Serbien, so Aleksandar Vucic.

Peter Handke bei der Entgegennahme der Insignien vom schwedischen König.
© AFP

Belgrad – Serbiens Präsident Aleksandar Vucic hat am Dienstagabend seine „herzlichen Gratulationen“ an Peter Handke gerichtet, der, wie er feststellte, als Nobelpreisträger nun zu den „Unsterblichen“ gehöre.

„Serbien betrachtet Sie als wahren Freund und, ich wage es zu sagen, erlebt Ihren Nobelpreis als ob ihn einer von uns erhalten hätte. Neben Ivo Andric (Literaturnobelpreisträger im Jahre 1961, Anm.) ehren wird nun einen weiteren unserer Nobelpreisträger“, schrieb Vucic unter Hinweis, dass er einen baldigen Besuch Handkes in Serbien erwarte.

Der Kärntner Schriftsteller bekam am Dienstagabend den Literaturnobelpreis für das Jahr 2019 offiziell verliehen. Vor dem Konzerthaus fanden Anti-Handke-Demonstrationen aufgrund seiner umstrittenen Haltung zu den Jugoslawien-Kriegen statt. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) etwa hielt die Vergabe für skandalös. „Der Literaturnobelpreis für Handke ist eine Verhöhnung der Opfer von Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Handke hat in seinen Jugoslawien-Texten stets Partei für Serbien ergriffen und sich nie um Ausgleich bemüht“, kritisierte IGFM-Vorsitzender Edgar Lamm in einer Aussendung. (APA/TT.com)

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