Frankreichs Regierung stellte Pensionsreform vor

Die französische Regierung will eine Mindestpension von 1.000 Euro einführen und das gesetzliche Pensionsalter bei 62 Jahren belassen. Es müssen jedoch alle, die vor dem Alter von 64 in Pension gehen wollen, künftig mit Abschlägen rechnen, sagte Premierminister Edouard Philippe am Mittwoch bei der Vorstellung der Details der umstrittenen Reform.

„Wir werden die Bevölkerung durch ein Rabatt- und Prämiensystem ermutigen, länger zu arbeiten“, kündigte Philippe an. Das System zahlreicher Sonderregelungen werde durch ein einheitliches Pensionssystem ersetzt, sagte er. Dennoch soll es Ausnahmen geben. So sollen Feuerwehrleute, Soldaten und Angehörige der Polizei weiterhin früher in den Ruhestand treten können.

Wer sein Leben lang gearbeitet hat, soll mindestens 1.000 Euro pro Monat an Pension beziehen. „Die Frauen werden die großen Gewinnerinnen des einheitlichen Systems werden“, sagte Philippe. „Wir schlagen einen neuen Pakt zwischen den Generationen vor.“ Ziel sei ein „gerechtes und dauerhaftes“ Pensionssystem, in dem nicht mehr einige auf Kosten aller bevorzugt würden. Konkret soll es ein universelles Punkte-System für alle geben. Für Franzosen, die vor 1975 geboren wurden, soll die Reform nicht greifen, wie Philippe sagte. Damit sind weniger Menschen von den Plänen betroffen als von den Gewerkschaften zunächst angenommen.

Die Pensionsreform ist ein zentrales Wahlkampf-Versprechen von Präsident Emmanuel Macron und soll das Milliarden-Defizit bei den Pensionskassen senken. Er will das Pensionssystem vereinfachen, das mehr als 40 verschiedene Kassen umfasst. Dabei variieren Pensionsantrittsalter und Leistungen erheblich.

Gegen die Pläne protestieren seit Tagen Zehntausende Franzosen. Der sechste Streiktag hatte am Dienstag das öffentliche Leben in Frankreich weitgehend lahmgelegt. Die Gewerkschaften hatten Bahnmitarbeiter, Ärzte, Lehrer und andere Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes dazu aufgerufen, Macron und seiner Regierung vor der Bekanntgabe der Details der Rentenreform die Stirn zu bieten. Auch am Mittwoch kam es wegen der Streiks gegen die geplante Pensionsreform zu massiven Verkehrsbehinderungen.


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