Suljovic als Nummer elf diesmal nur WM-Außenseiter

Für den Wiener ist die erste Viertelfinal-Teilnahme das großes Ziel im legendären „Alexandra Palace“. Seine Auftaktpartie bestreitet „The Gentle“ erst am 21. Dezember.

Österreichs Darts-Aushängeschild: „The Gentle“ Mensur Suljovic.
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Wien/London – Mensur Suljovic startet diesmal nur als Außenseiter in die am Freitag beginnende Darts-Weltmeisterschaft im Londoner Alexandra Palace. Der 47-Jährige aus Wien ist heuer aus den Top Ten der Weltrangliste gefallen und aktuell Elfter, womit er schon im Achtelfinale auf den als Nummer sechs eingestuften Nordiren Daryl Gurney treffen könnte. Trotzdem hofft er auf den erstmaligen Viertelfinal-Vorstoß.

Nach einem Freilos in der Auftaktrunde, in der mit dem Steirer Zoran Lerchbacher am Samstag (2. Partie nach 20.00 Uhr MEZ) gegen den Engländer Jamie Hughes und dem Wiener Rowby-John Rodriguez am Dienstag (3. Partie nach 13.30 MEZ) gegen Noel Malicdem von den Philippinen bereits zwei Österreicher im Einsatz sind, bekommt es Suljovic in seinem ersten WM-Match am 21. Dezember (3. Partie nach 20.00 MEZ) mit Konkurrenz aus England zu tun. Offen ist noch, ob dies Ted Evetts oder die WM-Debütantin Fallon Sherrock (aktuell Weltranglistenzweite bei den Damen) ist. Dies entscheidet sich erst am kommenden Dienstagabend (3. Partie nach 20.00 MEZ), wenn die beiden in der ersten Runde aufeinandertreffen.

Mit Brille und neuen Flügeln

Für Suljovic geht es nach der Auftaktniederlage im Vorjahr bei der WM um Wiedergutmachung. Am 20. Dezember 2018 hatte er als Nummer sieben der Welt bereits in der 2. Runde gegen den Engländer Ryan Searle 1:3 verloren. Diesmal wird „The Gentle“, so der Spitzname des EM-Finalisten von 2016, mit neuen Flights (Flügel am Pfeilende zur Stabilisierung des Flugverhaltens) spielen. Im kommenden Jahr könnte man Suljovic auch erstmals mit Brille bei Turnieren sehen, wie er jüngst in einem DAZN-Interview ankündigte.

„Es hat schon wehgetan, dass ich heuer aus den Top Ten der Weltrangliste rausgerutscht bin. Ich bin einfach zu oft in der ersten Runde ausgeschieden“, analysierte Suljovic seine durchwachsene Saison, in der er seine besten Leistungen im September zeigte: Nach dem Gewinn der Austrian Darts Championship in Schwechat entschied er drei Wochen später auch das PDC-Turnier in Barnsley für sich. Für die WM hat er sich nun besonders viel vorgenommen: „Ich will unter die letzten acht, sonst bin ich nicht zufrieden.“

Van Gerwen wieder Topfavorit

Topfavorit der mit 2,5 Millionen Pfund (2,97 Mio. Euro) dotieren WM ist aber einmal mehr der niederländische Superstar Michael van Gerwen. Der 30-jährige Weltranglistenerste war bereits 2014, 2017 und im Vorjahr Weltmeister. Mit knapp 1,5 Millionen Pfund (1,78 Mio. Euro) blieb „Mighty Mike“ heuer erneut die klare Nummer eins der Verdienstrangliste. Sein erster Verfolger Rob Cross aus England, der 2018 Weltmeister wurde, hat mehr als eine halbe Million Pfund (rund 600.000 Euro) weniger Preisgeld als Van Gerwen in diesem Jahr kassiert. Zum Vergleich: Suljovic kam 2019 auf 364.500 Pfund (rund 433.000 Euro) in der „Order of Merit“ der Professional Darts Corporation (PDC).

Die WM findet bereits zum 13. Mal im „Ally Pally“ in Nordlondon statt. Dort sorgen 3.000 lautstarke Darts-Fans für eine ausgelassene Party-Atmosphäre, während bei den Protagonisten auf der Bühne Nervenstärke und totale Konzentration gefragt sind. Der Sieger des WM-Finales am 1. Jänner 2020 erhält eine halbe Million Pfund. Der TV-Sportsender Sport1 und das Streaming Portal DAZN übertragen ab Freitag (20.00 Uhr MEZ) alle 95 WM-Partien bis zum Neujahrstag live. (APA)


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