1,2 Milliarden Bahn-Euro im Sack, Infrastruktur soll folgen

Land, Bund und ÖBB schlossen Verkehrsdienstevertrag zur Angebotserweiterung auf zehn Jahre ab. Das kommende Bauprogramm steht 2020 zur Verhandlung an.

25 Regionalzüge (auch im Tirol-Design) sind bestellt: LHStv. Ingrid Felipe (Grüne), LH Günther Platter (VP), ÖBB-Vorstandschef Andreas Matthä.
© Land Tirola

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Es ist ein Abkommen für die kommenden zehn Jahre und es wiegt exakt 1,186 Milliarden Euro. Der neue Verkehrsdienstevertrag zwischen Land, Bund und ÖBB wurde gestern vorgestellt. Damit wird geregelt, auf welche Art und in welchem Ausmaß künftig das Angebot im Regional- und Schienennahverkehr in Tirol gesichert und ausgebaut werden soll. So werden u. a. 25 neue Regionalzüge angeschafft, sechs davon auch „italientauglich“, wie ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä gestern erläuterte. Soll heißen: Die Euregio ist künftig für Bahnkunden auch ohne lästiges Umsteigen am Brenner erreichbar. Auch neue Zugverbindungen wird es geben – die ersten davon sind bereits mit Fahrplanwechsel am Sonntag (Bsp.: St. Johann – Wörgl ab 6.35 Uhr) umgesetzt. Ticket-Verkaufsstellen werden zwischen ÖBB und VVT harmonisiert, das Land hat die Tarif-Gestaltungshoheit. Zudem werden vom Land gewünschte Zusatzangebote künftig im Verhältnis 70:30 (Bund/Land) aufgeteilt. Bisher musste das Land hierfür zur Gänze aufkommen. Die Fahrplan-Kilometer pro Jahr werden mit dem neuen Dienstevertrag von 5,8 auf 7,1 Millionen aufgestockt. „Und das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange“, will die für Verkehr zuständige LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) noch die Abend- und Wochenendstunden ausbauen.

Das Land selbst hat 371 Mio. € zu übernehmen, 284 Mio. € sollen aus den Tarif­einnahmen kommen, der Bund zahlt 531 Mio. €.

LH Günther Platter (VP) lobte das Verhandlungsergebnis, blickt jedoch ebenso wie Felipe bereits auf den „Tirol-Vertrag 2“, dessen Unterzeichnung 2020 anstehen soll. Die Verhandlungen hierzu seien intensiv, so Platter: „Ich hoffe aber, dass wir das gut über die Bühne bringen.“ Hier geht es um den Ausbau der Schieneninfrastruktur. So sollen in diesem Vertrag mehr Lärmschutz, zusätzliche Pendlerparkplätze und Haltestellen, aber auch der zweigleisige Ausbau ins Oberland (jeweils zwischen Ötztal/Roppen bzw. Imst/Imsterberg) dingfest gemacht werden. Ein generelles Übereinkommen zum Bahntunnel vom Ehrwalder Becken bis ins Inntal will Felipe im Vertrag inkludiert wissen.


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