Mit dem Tod bedroht: Verhaftung nach Obsorgestreit

Obsorgestreitigkeiten können ehemalige Partner emotional aus der Reserve locken – manche Auseinandersetzung endet am Strafgericht. Wie der F...

Übers Handy flogen zwischen Elternteilen die Fetzen.
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Obsorgestreitigkeiten können ehemalige Partner emotional aus der Reserve locken – manche Auseinandersetzung endet am Strafgericht. Wie der Fall eines Oberländers, der von der Ex nach eigenen Angaben immer wieder am Besuchsrecht gehindert worden war. Ab dem Sommer ist die Situation vollends eskaliert. „Ich empfehle dir, nicht schlafen zu gehen, mit den Mädchen fange ich an!“, ließ der Unternehmer die Frau wissen. Der Streit um die Kinder drehte sich fortan im Kreis: „Du kommst ja gar nicht mehr runter, so kann ich dir die Kinder nicht geben!“, äußerte die Frau – „Ich komm’ nicht mehr runter, weil du mir die Kinder nicht gibst!“, erwiderte der gestern am Landesgericht u. a. wegen gefährlicher Drohung angeklagte 36-Jährige. Später äußerte der Aufgebrachte, dass der Tag der Abrechnung kommen werde und „dass der Fünffachmörder von Kitzbühel wohl schon einen Grund für die Tat gehabt haben wird“. Das machte die Polizei hellhörig: Verhaftung. „Glauben Sie im Ernst, das Sie so Ihre Kinder wiederbekommen? Warum wandten Sie sich denn nicht ans Pflegschaftsgericht?“ Der Angeklagte gestand darauf zu, dass er in der Erregung „die unterste Schublade aufgezogen“ habe. Staatsanwalt Clemens Gattringer ortete hingegen „ein System der Einschüchterung“. Zur Hälfte bedingte 12.000 Euro Geldstrafe ergingen zu Bewährungshilfe und Aggressionstherapie nicht rechtskräftig.

Eine anonyme Anzeige führte für die einstige Geschäftsführerin eines Tiroler Sozialvereins gestern zur Untreueanklage. Nach kurzer Befragung ergab sich jedoch, dass einst verdächtige Kontoflüsse ganz und gar keinen strafrechtlichen Hintergrund hatten. Der Fall lag im Prozess so klar, dass der Staatsanwalt sogar die Anklage vor dem Freispruch zurückzog. (fell)

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