Familiengeld-Zahlung durch das Finanzamt kann länger dauern

Dass die Bearbeitung von Anträgen länger dauern kann, sei systemimmanent“, so ein Sprecher des Bundesministeriums für Finanzen.

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Im Schnitt dauert es vom Antrag zur Auszahlung der Familienbeihilfe 27 Tage.
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Innsbruck –Wer Post vom Finanzamt bekommt und etwa Bestätigungen nachreichen muss, der muss derzeit warten. „Das dauert jetzt ohnehin mindestens zwei Monate“, heißt es von der freundlichen Mitarbeiterin des Service Centers des Finanzamtes. 165,10 Euro Familienbeihilfe können für Studenten allerdings durchaus wichtig sein, um das Konto im Plus zu halten. Dass die Bearbeitung von Anträgen länger dauern kann, sei „systemimmanent“, erklärt dazu der Sprecher des Bundesministeriums für Finanzen, Johannes Pasquali. Dass zwei Monate an der Bearbeitung eines Antrages gearbeitet wird, kann Pasquali jedoch auf TT-Anfrage „nicht bestätigen“. Im Gegenteil, die „Bearbeitungsdauer bei Massenverfahren“ sinke und liege im Schnitt deutlich unter zwei Monaten. Konkret spricht Pasquali von einer Bearbeitungsdauer von 27 Tagen durchschnittlich pro Antrag einer Familienbeihilfe im Jahr 2018. Länger dauere es nur, wenn ein Formular nachgereicht werden muss oder wenn Kinder oder Eltern im Ausland leben.

Ab 1. Juli 2020 soll übrigens das „Finanzamt Österreich“ starten. Dann werden aus 40 Behörden mit 79 Standorten eine einzige Behörde mit 33 Dienststellen (an 79 Standorten). Mit der Modernisierung soll – so die Behörde – auf neue Herausforderungen reagiert werden. So habe sich etwa die Zahl der Telefonanrufe von 2003 bis 2017 von 2,5 Mio. auf 5,8 Mio. mehr als verdoppelt, die Anzahl an Arbeitnehmerveranlagungen und Zollanmeldungen habe sich deutlich erhöht. Auch die Komplexität der Rechtssysteme ist über die Jahre gestiegen. Dazu komme eine Pensionierungswelle – mit Spitzen von bis zu 600 Pensionierungen pro Jahr. Die Standorte sollen also erhalten bleiben, die Strukturen verflacht und die Arbeitsprozesse effizienter gestaltet werden. Und an einer kürzeren Bearbeitungsdauer der Fälle arbeite man sowieso, erklärt Pasquali. Längstens darf es übrigens sechs Monate dauern, dann kann eine Säumnisbeschwerde eingebracht werden. (ver)

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