ORF-Generaldirektor Wrabetz will „Zeit im Bild 1“ verlängern

Dass die ZiB 1 nur noch 18 Minuten lang ist, sei laut Wrabetz ein Nachteil der aktuellen Gestaltung. Auch der ORF-Player soll künftig „laufend“ in Betrieb genommen werden und tv.orf.at als „Social Program Guide“ mit interaktiven Tools kommen.

Die Nachrichtensendung ZiB 1 soll ganz neu aufgestellt werden.
© ORF/Thomas Ramstorfer

Wien – ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz kann sich vorstellen, die „Zeit im Bild 1“ zu verlängern. Man denke daran, die Nachrichtensendung „ganz neu aufzustellen“, sagte er am Rande der Stiftungsratssitzung am Donnerstag vor Journalisten.

Im Vorfeld der Sitzung war kolportiert worden, dass in einem E-Mail des Generaldirektors eine Zusammenlegung der Information von ORF 1 und ORF 2 in den Raum gestellt wurde – die erst mit der Einführung des „Channel“-Prinzips im Vorjahr klar getrennt wurden. Angedacht sei eine Überführung der aktuellen Info-Formate – also vor allem der Kurz-ZiBs – in die Verantwortung von ORF 2.

Dazu sagte Wrabetz am Donnerstag lediglich, dass derzeit darüber nachgedacht werde, „wie stellen wir die ORF 1-Info allenfalls neu auf“. Die Verlängerung der ZiB 1 sei jedenfalls „ein Ziel, dass wir seit langem haben“. Ob und zu welchen Änderungen es kommt, soll bis Ende Jänner entschieden werden.

Nachrichtensendung soll „neu aufgestell und gedacht“ werden

„Eins zu eins durchgeschaltet“ auf ORF 1 und 2, wie das bis 2007 der Fall war, werde die „Zeit im Bild 1“ nicht werden, sagte Wrabetz. Aber man denke an, die Nachrichtensendung „ganz neu aufzustellen“ und zu denken. Es werde ergebnisoffen diskutiert. Dass die ZiB 1 nur noch 18 Minuten lang sei, sei jedenfalls ein Nachteil der aktuellen Gestaltung.

Auch über den Zeitplan für den ORF-Player wurde der Stiftungsrat informiert. Dieser werde „laufend“, nicht mit einem „Big Bang“ starten, bekräftigte Wrabetz. Im September 2020 soll die Neugestaltung von tv.orf.at als „Social Program Guide“ mit interaktiven Tools kommen. Auch die 24/7-Livestreams der Fernsehprogramme sollen im September beginnen. Der „Sportscreen“, der Sportinhalte nach den persönlichen Vorlieben der Zuseher bündelt, sollte bereits zu Olympia starten.

Digitalisierung soll rascher umgesetzt werden

Mehr Tempo beim Thema Digitalisierung forderte der Vertreter des bürgerlichen „Freundeskreises“ im Stiftungsrat, Thomas Zach. Es mangle zwar nicht an guten Ideen, aber er kritisierte die seiner Ansicht nach „mangelnde und nicht ausreichend rasche Umsetzung“. Zach drängte darauf, dass jene Teile des geplanten ORF-Players, für die es keine Gesetzesänderungen braucht, schnell umgesetzt werden.

Die Ausschreibungsfrist für den Geschäftsführer des neuen Players endete diese Woche. Es gebe „über 20 sehr, sehr interessante und spannende Bewerbungen“, sowohl von intern als auch extern, sagte Wrabetz. Im März soll eine Entscheidung im Stiftungsrat getroffen werden. (APA)


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