Darum kauft Neuseeland nach dem Vulkanausbruch 120 Quadratmeter Haut

Bis zu 95 Prozent der Haut wurden bei einigen des Opfer des Vulkanausbruchs verbrannt. Sie brauchen dringend Hauttransplantationen – Ärzte rechnen mit rund 120 Quadratmetern, die sie für die Behandlung brauchen.

Ein Australier, der bei dem Vulkanausbruch schwer verletzt wurde, wurde bereits nach Hause geflogen. 22 Opfer mit schwersten Brandverletzungen werden noch in neuseeland behandelt.
© AFP/Royal Australian Air Force

Auckland – 27 Menschen mit schwersten Verbrennungen mussten die Ärzte in Neuseeland nach dem Vulkanausbruch behandeln. Bei manchen sind 95 Prozent der Haut verbrannt. 22 der Opfer befinden sich noch in kritischem Zustand, berichtet die New York Times am Freitag. In vier Krankenhäusern kämpfen die Ärzte seit Tagen um das Leben der Brandopfer, operieren Tag und Nacht. Was sie dringend brauchen: menschliche Haut.

Bei großflächigeren Brandwunden transplantieren die Ärzte sie als „natürliches Pflaster“. Sie helfe, Infektionen zu verhindern, unterstützt den Heilungsprozess, vermindert die Narbenbildung und die Schmerzen, berichtet die BBC unter Berufung auf Experten. Wenn möglich, wird die Haut dabei beim Betroffenen selbst entnommen – von den Oberschenkeln oder anderen Körperteilen – und auf die Wunden platziert. Ist das nicht möglich, greifen die Chirurgen zur Spenderhaut.

Wie andere Organe auch kann Haut nach dem Tod entnommen werden. Sie kann aber über Jahre gelagert werden. Die Spenderhaut ist jedoch nur eine zeitlich befristete Lösung: Binnen einiger Wochen wird sie vom Immunsystem des Patienten abgestoßen, heißt es in einem Artikel der New York Times. Dann muss sie wieder entfernt werden. Letztendlich müsse die fremde immer mit eigener Haut ersetzt werden.

Ein Erwachsener hat rund zwei Quadratmeter Haut

In Neuseeland haben die Ärzte eine absolute Ausnahmesituation zu bewältigen: Die Opfer des Vulkanausbruchs haben nicht nur schwerste Verbrennungen davongetragen. Gase und Chemikalien aus dem Vulkan hätten die Verletzungen noch schwerwiegender gemacht, erklärte Pete Watson von der neuseeländischen National Burns Unit. „Die Wunden mussten deshalb schneller operativ behandelt werden als „normale“ Brandwunden“, so der Arzt gegenüber der BBC. „Das ist aber erst der Anfang eines sehr langen Prozesses, der für manche Patienten mehrere Monate dauern wird.“

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Etwa zwei Quadratmeter Haut hat ein Erwachsener. Noch gebe es genügend Spendermaterial für Transplantationen. „Aber wir rechnen damit, dass wir rund 1,2 Millionen Quadratzentimeter zusätzlich brauchen, um die Patienten versorgen zu können“, sagte Watson der BBC. Deshalb wurden nun 120 Quadratmeter Haut in den USA bestellt. Dort gibt es einfach mehr Gewebebanken, die Hauttransplantate gelagert haben. Diese sind sehr teuer: Ein einziger Quadratzentimeter kostet 2,82 Dollar. (TT.com/smo)


Schlagworte