Tote und neue Wind-Rekorde bei Unwettern in Frankreich

Bei schweren Sturmböen und Überschwemmungen im Südwesten Frankreichs sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Rund 12.500 Haushalte waren auch am Sonntag noch ohne Strom. In elf Departements galt laut Wetterbericht weiterhin die zweithöchste Unwetter-Warnstufe. An manchen Wind-Messstationen wurden neue Höchstwerte erreicht.

Landesweit waren von den Überschwemmungen 113 Gemeinden betroffen. 600 Menschen wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Einige weigerten sich jedoch, der Aufforderung nachzukommen.

Die Rettungskräfte waren im Dauereinsatz. Rund 20 Autofahrer und andere Fahrzeuginsassen wurden von überschwemmten Straßen gerettet. Zahlreiche Straßen mussten gesperrt werden. In Saint-Martin-de-Seignaux wurden die Bewohner eines Altersheims vorsorglich in andere Einrichtungen gebracht.

Am Freitag waren zwei Menschen durch die Unwetter ums Leben gekommen. Ein 70-Jähriger verunglückte im französischen Baskenland, als er mit seinem Auto gegen einen auf die Landstraße gestürzten Baum fuhr. Am Samstag fanden die Rettungskräfte in Espiens im Südwesten des Landes die Leiche eines 76-Jährigen. Der Pensionist war am Vorabend von den Wassermassen vor seinem Haus mitgerissen worden, als er seinen Briefkasten leeren wollte.

Am Sonntag wurde dann die Leiche eines weiteren Mannes geborgen. Er wurde in einem Hochwassergebiet im Departement Landes leblos in seinem Auto entdeckt. Fünf weitere Menschen wurden während des Unwetters schwer verletzt, als Bäume auf ihre Autos stürzten.

An manchen Messstationen wurden neue Höchstwerte erreicht. So wurden in der Gemeinde Puycelsi im Département Tarn Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde gemessen. Der bisherige Spitzenwert seit Beginn der Aufzeichnungen lag bei 123 Kilometern pro Stunde und wurde mit Sturm „Klaus“ im Jänner 2009 aufgestellt.

In der Gemeinde Millau im Departement Aveyron in der Region Okzitanien wurden mit 142 Kilometern pro Stunde dem Wetterdienst zufolge die stärksten Böen seit 20 Jahren verzeichnet.

Es war das dritte Mal, dass Frankreich binnen rund eines Monats von heftigen Unwettern heimgesucht wurde. Vor etwa zwei Wochen kamen in Südfrankreich mindestens sechs Menschen ums Leben. Im November starben bei sintflutartigen Regenfällen im Südosten Frankreich ebenfalls sechs Menschen.


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