Land und Stadt lösen ihre eigene Sportagentur auf

Die mit den ersten Winterjugendspielen gegründete Innsbruck-Tirol Sports GmbH hat ausgedient. Nach den Winter World Masters Games im Jänner ist sie Geschichte.

Nach den Jugendwinterspielen 2012 wurde die ITS gegründet, vor einem Jahr organisierte sie die Rad-WM in Innsbruck/Tirol.
© gepa, imago

Von Peter Nindler

Innsbruck — Es hat sich bereits in den vergangenen Monaten abgezeichnet, nach den Winter World Masters Games 2020 in Innsbruck wird jetzt endgültig Schluss sein: Die aus der Jugendspiele-Gesellschaft 2012 hervorgegangene gemeinnützige Innsbruck-Tirol Sports GmbH (ITS) wird im Frühjahr 2020 aufgelöst. Es stehen derzeit keine größeren Sport-Veranstaltungen im Zentralraum Innsbruck an. Vor einem Jahr wickelte die ITS federführend die Rad-WM ab. Die eigene Rad-WM-Gesellschaft wurde bereits im heurigen Frühjahr in die ITS integriert.

Außerhalb von Innsbruck hat man die dem Land Tirol und der Stadt Innsbruck zu je 45 Prozent sowie dem Österreichischen Olympischen Komitee zu 10 Prozent gehörende öffentliche Sportagentur eher kritisch gesehen. Schließlich werden dort die Sportevents vorwiegend von Vereinen und Verbänden durchgeführt. So hat die ITS auch das Mountainbike-Festival Crankworx in Mutters mitorganisiert. ITS-Geschäftsführer Georg Spazier und seine Mitarbeiter — im Vorjahr wies die Gesellschaft durchschnittlich 16 Mitarbeiter auf — wurden bereits über die beabsichtigte Auflösung informiert. Einen Teil der Aufgaben übernimmt die ebenfalls je zur Hälfte im Besitz von Land und Stadt Innsbruck befindliche Olympiaworld. Vor allem das Management mit den Freiwilligen. Die Datenbank mit den unzähligen freiwilligen Helfern ist heute ein unschätzbarer Wert für alle Veranstaltungen.

Grundkapital für die Sport­agentur von Stadt und Land war der „Überschuss" aus den ersten Olympischen Jugend-Winterspielen 2012 in Innsbruck. 3,3 Millionen Euro betrug der Gewinn der überwiegend von der öffentlichen Hand und dem Internationalen Olympischen Komitee finanzierten Jugendspiele. Man einigte sich darauf, das Geld in der Gesellschaft zu belassen, sie sollte weiterhin unterstützend für den Tiroler Sport wirken. Vor allem über die Organisation von Veranstaltungen. 2017 hatte die Politik noch auf Olympia 2026 gehofft, doch die Bevölkerung erteilte vierten Winterspielen eine klare Absage.

Weil die öffentliche Hand bei den Großveranstaltungen einmal durchschnauft, benötigt es in den nächsten Jahren die ITS eigentlich nicht mehr. Deshalb wird im Frühjahr auch der Auflösungsbeschluss fallen. Das Projekt-Know-how soll jedoch im Land bleiben, heißt es.

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