Europaweite Razzia wegen Erwerbs von Falschgeld im Darknet

Mit einer europaweiten Razzia sind Ermittler in Europa gegen die Verbreitung von Falschgeld vorgegangen. Koordiniert wurden die Maßnahmen von der europäischen Polizeibehörde Europol. In Österreich kam es bereits im Juni zu zwei Festnahmen, hieß es auf APA-Anfrage beim Bundeskriminalamt (BK). Die Erkenntnisse aus diesen Amtshandlungen flossen in die Aktion ein.

In Deutschland gab es in den vergangenen Tagen Durchsuchungen bei Tatverdächtigen in neun Bundesländern, wie das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Montag mitteilten. Die Verdächtigen sollen im Darknet Falschgeld erworben haben. Durchsuchungen fanden demnach auch in sechs weiteren EU-Staaten statt.

In Österreich wurden im Sommer zwei Personen festgenommen. Ein Mann wurde bereits verurteilt, berichtete BK-Sprecher Vincenz Kriegs-Au. Es handle sich um einen „Multibesteller“ von Falschgeld, nachgewiesen wurden ihm 70 Stück falsche Fünfziger und Zwanziger. Die Amtshandlung betreffend der zweiten Person ist noch am Laufen, sagte der Sprecher.

Zu Razzien kam es noch in Frankreich, Griechenland, Luxemburg, Irland und Spanien. Die Verdächtigen im Alter von 15 bis 59 Jahren werden verdächtigt, von Dezember 2018 bis Juli 2019 auf illegalen Handelsplattformen im Darknet sowie über verschlüsselte Messengerdienste Falschgeld erworben zu haben.

Die bereits im Juli 2019 lokalisierte Herstellungsstelle für das Falschgeld lag den Angaben zufolge im portugiesischen Catanhede. Fünf mutmaßliche Hersteller und Verkäufer von Falschgeld wurden demnach in Portugal und Kolumbien festgenommen.

Bei den Durchsuchungen in den vergangenen Tagen beschlagnahmten die Ermittler Falschgeld, aber auch gefälschte Ausweise, Drogen und Waffen. Es wurden deshalb weitere Ermittlungen wegen Verstößen gegen das Waffengesetz und das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet.


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