Schüler (13) in Bayern mit falscher Todesanzeige in Zeitung gemobbt

Ein Mitschüler soll die Anzeige über den angeblichen Tod des 13 Jahre alten Buben aufgegeben haben. Schon zuvor hatte die Polizei wegen Mobbings an der Schule ermittelt.

Symbolfoto.
© pixabay

Nördlingen – Mit einer falschen Todesanzeige ist in Bayern ein Schüler gemobbt worden. Am vergangenen Freitag erschien eine Traueranzeige in der Augsburger Allgemeinen Zeitung, in der der angebliche Tod eines 13 Jahre alten Buben mitgeteilt wurde, wie die Polizei am Montag mitteilte.

Beweismittel sichergestellt, 14-Jähriger streitet ab

Nach den bisherigen Ermittlungen soll ein 14 Jahre alter Mitschüler einer Schule in Nördlingen die Anzeige aufgegeben haben. Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Jugendlichen wurden nach Angaben der Polizei Beweismittel sichergestellt. Der beschuldigte Schüler sei im Beisein seiner Eltern zu den Vorwürfen befragt worden. Der Verdächtige bestreite eine Beteiligung an dem Erscheinen der gefälschten Anzeige. Weitere Details zu dem Fall nannten die Ermittler nicht.

Schon zuvor hatte die Polizei wegen Mobbings an der Realschule ermittelt. Im November hatte die Kripo mitgeteilt, dass fünf Mädchen und Buben der achten Jahrgangsstufe Opfer von Angriffen über soziale Medien wurden. Den Kindern wurden unter anderem pornografische Inhalte übermittelt. „Außerdem fand eine Belästigung durch zahlreiche Callcenter-Anrufe statt“, hieß es von Seiten der Beamten.

Laut der Augsburger Allgemeinen hätten die Täter sogar Verträge auf den Namen Jugendlicher abgeschlossen und Reisen gebucht. Die E-Mails sollen von einer Adresse ausgehen, die für schulische Themen im Unterricht verwendet wird. Die Schulleitung informierte deshalb schon vor einigen Wochen die Polizei. Aufgehört habe das Cybermobbing danach allerdings nicht.

Zeitung bezog Stellung: „Wir sind sehr betroffen“

Mittlerweile hat die Augsburger Allgemeine die Anzeige aus dem E-Paper entfernt und Stellung bezogen. Der stellvertretende Verlagsleiter Rüdiger Hoebel erklärte: „Wir arbeiten intensiv mit der Kriminalpolizei zusammen, damit der oder die Auftraggeber ermittelt werden können. Nachdem wir mittlerweile wissen, dass der oder die Auftraggeber eine falsche Bankverbindung angegeben haben, sehen wir uns ebenfalls als Geschädigte und werden entsprechend Strafanzeige erstatten. Wir haben alle Online-Veröffentlichungen der betreffenden Anzeige auf unseren Portalen gelöscht. Nicht auszuschließen ist allerdings, dass sich die Nachricht weiter in sozialen Netzwerken verbreitet. Darauf haben wir keinen Einfluss.“

Weiter sagt Hoebel: „Wir sind sehr betroffen von dem Vorfall, der in dieser Form einmalig ist. Wir tun alles dafür, die Ermittlungsbehörden zu unterstützen und überprüfen gleichzeitig unsere Plausibilitätsprüfungen und Sicherheitsmechanismen, um zukünftige Fälle möglichst zu vermeiden. (dpa, TT.com)


Schlagworte