Hass im Netz und Katalysatoren: Eduard-Wallnöfer-Preise vergeben

Sechs junge Forscher wurden gestern mit Eduard-Wallnöfer-Preisen ausgezeichnet.

Freuten sich über die inzwischen 41. Verleihung des Eduard-Wallnöfer-Preises: der Vorsitzende der Wallnöfer-Stiftung Oswald Mayr, sein Stellvertreter Heinrich Scherfler, die Preisträger Tirols Landeshauptmann Günther Platter und Rektor Tilmann Märk.
© IV/Neunhäuser

Innsbruck –Wie kann die Verbreitung von Hassbotschaften und Falschmeldungen im Internet verhindert werden? Und warum ist die Gesteinsstruktur der Alpen heute eigentlich so, wie sie ist? Unter anderem diesen Fragen gingen die jungen Wissenschafter nach, die heuer mit Eduard-Wallnöfer-Preisen bedacht wurden. Die Auszeichnung wird von der Eduard-Wallnöfer-Stiftung der Tiroler Industrie mit Unterstützung der Stiftung Südtiroler Sparkasse vergeben. Gestern fand in Innsbruck die Verleihung statt.

Den mit 5000 Euro dotierten Hauptpreis erhielten die Chemiker Norbert Hermann Köpfle und Kevin Ploner. „In ihrer Arbeit ging es um die Entwicklung eines möglichst universell einsetzbaren Optimierungsverfahrens für heterogene Katalysatoren“, sagte der Vorsitzende der Wallnöfer-Stiftung, Oswald Mayr, über das Projekt. Damit werde es möglich, chemische Reaktionen bei niedrigeren Temperaturen durchzuführen. Dadurch steige die Effizienz und in Folge auch die Relevanz für die Wirtschaft.

Mit einem Sonderpreis in Höhe von 2500 Euro wurden die Physiker Thomas Monz und Philipp Schindler ausgezeichnet, die gemeinsam an der Weiterentwicklung von Quantencomputern arbeiten. Mayr lobte, dass die beiden, neben internationalen Partnern wie IBM oder Google, „auch Tiroler Unternehmen und lokale Wirtschaftsbereiche in die Forschungsarbeit miteinbeziehen“.

Der Geologe Thomas Klotz und die Juristin Clara Rauch­egger wurden jeweils mit einem mit 2500 Euro dotierten Anerkennungspreis bedacht. Während Klotz die tektonischen Vorgänge bei der Entstehung der Alpen genauer untersuchte, durchleuchtete Rauchegger EU-Gesetze, um zu prüfen, inwiefern Internet-Firmen wie Youtube oder Facebook zum Filtern von rechtswidrigen Inhalten gebracht werden können.

Verliehen wurde der Eduard-Wallnöfer-Preis heuer bereits zum 41. Mal. Die Wallnöfer-Stiftung hat seit ihrer Gründung im Jahr 1978 rund 581.000 Euro an Stipendien vergeben sowie über 290.000 Euro an Preisgeldern ausgezahlt. „Forschung und Entwicklung sind Motor der Wirtschaft und der Gesellschaft“, befand Oswald Mayr. Die Stiftung zeichne daher Menschen aus, die genau diesen Motor antreiben. (bfk)


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