Die Gute Geschichte: Hilfe aus Tirol für Aids-Waisen in Afrika

Der Tiroler Verein „Perspektive für Kinder“ unterstützt Aids-Waisen und HIV-positive Kinder in Uganda.

Eine Brassband von HIV-infizierten und Aids-kranken Jugendlichen in Fort Portal bekam auf Vermittlung von „Perspektive für Kinder“ einen Teil ihrer Instrumente von der Musikkapelle Ranggen gespendet.
© Finkenstedt

Zirl –Christine ist 14 Jahre alt und HIV-positiv. Ihre Eltern sind an Aids gestorben, sie hat keine Verwandten, die sie aufnehmen können, geschweige denn ihr Schulgeld bezahlen. Christine lebt in Uganda, einem der ärmsten Länder der Welt. Bedrohlich erkrankt, ohne Chance, etwas zu lernen, ein Leben mit wenig Aussicht auf eine Zukunft.

Wie Christine geht es vielen anderen Kindern und Jugendlichen in Uganda auch: Ein Fünftel aller Kinder in dem ostafrikanischen Land sind Aids-Waisen, viele von ihnen sind wie Christine auch selbst mit dem Virus infiziert, haben weder Großeltern noch Verwandte, bei denen sie unterkommen können. Vor allem Frauen, die ihren positiven HIV-Status zugeben, werden oft von der Familie als Unglücksbringerin beschimpft, verspottet und vertrieben. Immer noch grassieren nicht nur auf dem Land Mythen über den Grund für die Erkrankung, oft wird sie für einen Fluch gehalten, als Strafe für üblen Lebenswandel.

Der Tiroler Verein „Perspektive für Kinder“ hat es sich zum Ziel gesetzt, Kindern wie Christine zu helfen. Seit mittlerweile zehn Jahren treiben die ehrenamtlich Engagierten Geld auf, um die Situation von Aids-Waisen und HIV-positiven Jugendlichen in Uganda zu verbessern. Vereinsgründer Thomas Fuchs hatte 2008 im Rahmen seiner Ausbildung zum psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpfleger sein Auslands­praktikum in Uganda absolviert und in einem lokalen Krankenhaus in Fort Portal im Westen Ugandas auf der HIV/Aids-Station gearbeitet. Dort lernte er auch die scheinbar ausweglose Lage dieser Kinder und Jugendlichen kennen.

„Perspektive für Kinder“ setzt sich gemeinsam mit seiner Partnerorganisatio­n in Uganda, der „YAWE Foundatio­n“ (Youth and Wome­n Empowerment), ehrenamtlich für solche von HIV/Aids betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein. Dazu gehört der Betrieb einer Tagesklinik mit einem breiten Angebot von medizinischer und psychologischer Betreuung. Es gibt dort auch Aufklärung über Schwangerschaftsverhütung und Aids-Präventio­n. Die Frauen der „YAWE Foundation“ stellen außerdem Bastkörbe, Ketten und Einkaufs­taschen aus bunten Stoffen her – für sie eine willkommene Chance, ein bisschen Geld zu verdienen und ein Stück Unabhängigkeit zu gewinnen. In Schneider- und Friseurwerkstätten und in einer Lehr­bäckerei haben sie außerdem die Gelegenheit, einen Beruf zu erlernen.

Christine lebt jetzt in einem Internat in Fort Portal, der Verein „Perspektive für Kinder“ bezahlt die Kosten für ihre Boarding-School. Und sie sagt, dass sie nun endlich ein Zuhause gefunden hat.

Nähere Informationen zum Verein gibt es unter www. perspektivefuerkinder.at. (TT)


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