Serie A wegen Affen-Bild gegen Rassismus in der Kritik

Ausgerechnet mit einem Bildnis von drei Affen wollte die italienische Serie A gegen Rassismus vorgehen - doch nun steht die höchste italienische Fußball-Liga wegen ihrer Kampagne in der Kritik. Umgehend brach im Internet ein Sturm der Entrüstung aus. Nutzer kommentierten auf der Instagram-Seite des Malers Simone Fugazzotto, die Darstellung zeuge von „Ignoranz“.

Das Triptychon des Künstlers zeigt drei Affenköpfe mit verschiedenen Farben - es solle verdeutlichen, dass „wir alle Affen sind“, erklärte er in einer Mitteilung der Serie A. „Ich will zeigen, dass wir alle dieselbe Rasse sind.“ Und er verteidigte sein Produkt: „Meine Gemälde zeigen die Werte des Fairplays und der Toleranz. Ich benutze Affen als Metapher für Menschen, weil unsere Hautfarbe nicht wichtig ist.“

Rassismus im italienischen Fußball ist ein großes Problem. Immer wieder werden schwarze Spieler mit Affengeräuschen verhöhnt. Das Land steht seit langem in der Kritik, nicht genug dagegen zu tun.

Serie-A-Chef Luigi De Siervo hatte die Kampagne am Montag präsentiert. Sie soll in drei Phasen ablaufen. Unter anderem sollen alle 20 Clubs eine Absichtserklärung unterzeichnen und ein „Testimonial“ - einen Werbebotschafter - gegen Rassismus ernennen. Es sei ein „Problem dieses Jahrhunderts, ein Problem, das der Fußball bekämpfen kann, aber nicht allein gewinnen kann“, sagte De Siervo.

Er stand erst vor Kurzem in der Kritik. Die Zeitung „La Repubblica“ veröffentlichte Anfang Dezember einen Audio-Mitschnitt, auf dem De Siervo während einer Besprechung vorschlug, die Mikrofone im Stadion abzuschalten, damit die Affenlaute nicht im Fernsehen zu hören wären. Wenig später sorgte die Sportzeitung „Corriere dello Sport“ mit dem Titel „Black Friday“ über die beiden dunkelhäutigen Spieler Romelu Lukaku (Inter Mailand) und Chris Smalling (AS Roma) für Schlagzeilen.

Kritik an der aktuellen Serie-A-Kampagne kam auch von den Clubs selbst. „AS Roma ist sehr überrascht, in den sozialen Netzwerken Affen zu sehen, die auf Gemälde gemalt sind“, schrieb der Hauptstadtclub auf Twitter. „Wir wissen, dass die Liga Rassismus bekämpfen will, aber wir glauben nicht, dass das der richtige Weg ist.“

Allerdings scheint kaum ein Club vor den Ausfällen seiner Fans gefeit. Auch beim Europa-League-Spiel der Roma gegen den Wolfsberger AC (2:2) waren am Donnerstag im Olympiastadion zweimal Affenlaute gegen WAC-Stürmer Anderson Niangbo zu hören.


Kommentieren