Kammerlander: „So groß kann der Schmerz nicht sein“

Nach drei Gesamtweltcupsiegen in Folge startet Thomas Kammerlander trotz Rückenproblemen mit Zuversicht am Sonntag in den Naturbahnrodel-Weltcup. Heuer nicht im Kühtai – aber dort ist eine moderne Strecke geplant.

Der 29-jährige Ötztaler Thomas Kammerlander legt den Fokus bereits auf die Heim-WM 2021, will aber auch heuer auftrumpfen.
© FIL/Walch

Von Roman Stelzl

Innsbruck –Wo ist denn nur das Kühtai? Fünfmal in Folge war der Tiroler Wintersport-ort in 2020 Metern Höhe im Dezember Schauplatz des Weltcup-Auftakts der Naturbahnrodler. Heuer nicht. Klingt im ersten Moment nach Rückschritt – doch in Wahrheit soll es ein großer Schritt nach vorne sein.

„Wir planen im Kühtai eine Top-Rodelbahn zu bauen, die mit dem Rodelverband abgestimmt ist und alle Stückerln spielt – Beleuchtung, Beschallung, Zeitnehmung. Damit wird es erstklassige Veranstaltungen geben“, erklärte TVB-Bereichsleiter Christoph Stock. Demnach soll die Strecke unterhalb des Finstertaler Speichers liegen, Details dazu gibt es aber noch keine. Die naturschutzrechtliche Bewilligung fehlt noch. Stock: „Geplant ist der Baustart für Sommer 2020, damit wir nächstes Jahr eröffnen können.“

Es wäre ein großer Schritt für den Sport – unabhängig davon wird der Weltcup am Samstag eröffnet, dieses Mal im steirischen Obdach-Winterleiten. Mit dabei ist der Tiroler Thomas Kammerlander. Und so selbstverständlich, wie es klingt, ist das nicht, denn den dreifachen Serien-Gesamtweltcupsieger aus Umhausen plagen Rückenprobleme. „Die sind plötzlich aufgetreten“, sagt Kammerlander und ergänzt schmunzelnd: „Starten werde ich trotzdem. So groß kann der Schmerz gar nicht sein.“

Auslassen will der 29-Jährige keinen Bewerb, zumal nach gut zehn Monaten ohn­e Rennen die Lust auf den Saisonstart groß ist. „Ich bin sehr gut vorbereitet, der Sommer war ideal. Jetzt freue ich mich auf die Rennen“, ergänzt Kammerlander vor den sechs Bewerben mit dem Finale in Umhausen, zu dem er am 13. Februar pünktlich den 30. Geburtstag feiert.

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Umhausen ist auch der Grund, weswegen der 14-­fache Weltcupsieger heuer den Fokus mehr auf die „richtige Materialsuche“ legt, denn dort wird im Frühjahr 2021 die WM ausgetragen – das erklärte (letzte?) große Ziel für Kammerlander: „Mein ganzer Fokus gilt schon der WM. Deshalb will ich die Weltcup-Rennen mehr zum Materialtesten verwenden. Der dritte EM-Titel und der vierte Gesamtweltcup sind aber ein Thema.“ Nicht im Programm sind heuer die Parallel-Rennen, mit denen sich der Verband um einen Platz bei Olympia 2026 bewirbt. Spätestens 2020 sollen die Bewerbe wieder dabei sein. Und dann auch das Kühtai.


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